Diese Rezension habe ich zeitgleich auch auf Amazon.de veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen.
Ian Flemming bringt uns im siebten Bond-Roman mit „Goldfinger“ zurück in die Zeit des kalten Krieges. Es ist 1959 James Bond befasst sich mit Spionage im Auftrag seiner Majestät und hat dabei nicht nur die bösen Sowjets zum Feind. Ein besonderer Schurke gerät in das Visier von Bond und dem MI6: Auric Goldfinger, ein Verbrecher, der bis über beide Ohren in kriminelle Machenschaften verstrickt ist. Immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht und verschlagen, denkt der Schuft immer zwei Schritte voraus. Keine Gaunerei ist dem Mann zu klein und er geht dabei immer mit der gleichen Sorgfalt vor, sei es ein kleiner Betrug beim Kartenspiel oder ein großer Clou. Er ist mehr oder weniger das krasse Gegenteil von Bond, und diesem auch auf Anhieb unsympathisch. Nachdem die beiden schon einmal aneinander geraten sind, bekommt Bond den Auftrag der Bank of England herauszufinden, was einer der reichsten Männer des Landes mit seinem unrechtmäßig erworbenen Vermögen vor hat. Und so fängt ein gefährliches Spiel, in dem Bond immer tiefer in die Machenschaften des von Gold besessenen Verbrechers. Schließlich stellt sich heraus, dass Goldfinger nicht nur den größten Goldraub in der Geschichte plant, sondern auch einen Massenmord im ganz großen Stil plant.
Die
Geschichte ist sehr linear angelegt und folgt dem klassischen Muster. Der
übermächtige Schurke wird in einem zähen und langen Ringen vom Helden besiegt.
Zum Lohn erhält der Held die Frau als Preis. Ich gebe zu, dass ist jetzt von
mir sehr überspitzt vereinfacht dargestellt. Das erste Treffen der beiden wird von Junius
Du Pont herbeigeführt, der den Lesern bereits aus "Casino
Royale" bekannt ist. Ohne
Umschweife führt Eins zum Anderen und Flemming verfolgt selbst mit den
Nebenschauplätzen den Hauptspannungsbogen. Bond und Goldfinger liefern sich ein
Duell nach dem anderen. Man gibt sich höflich distanziert und versucht im
gleichen Atemzug den anderen mit unsauberen Tricks aus dem Feld zu werfen. Der
Grund warum Bond nicht bei der ersten Gelegenheit von Oddjob, dem kultigen koreanischen
Handlanger Goldfingers, dessen Stahlband im Bowler spätestens seit der
Verfilmung unter der Regie von Guy Hamilton legendär ist, liegt wohl darin,
dass er in Bond einen annähernd intellektuell ebenbürtigen Gegner sieht. Im
Film konnte man Sean Connery als James Bond, Honor Blackman als Pussy Galore
und Gert Fröbe als Auric Goldfinger bewundern. Die cineastische Umsetzung setzt den Stoff fast unverändert um
und mehr als einmal hatte ich das Gesicht von Gerd Fröbe vor meinem geistigen
Auge, der mit Sean Connery seine kleinen Mindgames spielt.
Dabei
ist der Bond im Buch kein strahlender Held, der die Welt vor den Machenschaften
des gnadenlosen Schurken bewahren möchte. Bond ist vielmehr ein Kind seiner
Zeit, und teilt so manche bigotte Ansicht seiner Zeitgenossen. So sieht er zum
Beispiel in den Koreanern, die Goldfinger in seiner Organisation beschäftigt,
wenig mehr als Tiere. Die Action, die in vielen Bond Verfilmungen eine
gewichtige Rolle einnehmen, findet sich hier nicht. Fleming setzt damit nur
wohl dosierte Akzente um Spannung aufzubauen und den Plot voranzubringen.
Fazit:
James
Bond ist auch in Buchform Kult. Hier
treffen zwei ebenbürtige Gegner aufeinander. Goldfinger ist ein gerissener
Schurke, dem Bond oft nur mit Glück Paroli bieten kann. Obwohl die Geschichte
beständig vorangetrieben wird und nie auf der Stelle tritt, werden reine
Actionszenen nur wohldosiert und Punktgenau eingesetzt. Atemlose Action sieht
gewiss anders aus. Aber hier geht es ja um den gediegenen James Bond und nicht
um Jason Bourne. Goldfinger ist mein persönlicher Favorit unter den Büchern
dieser Reihe.
James Bond 007 Bd. 7. Goldfinger
Autor: Ian Flemming
Verlag Cross Cult 2013
ISBN: 9783864250828
393 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80
Bei Amazon bestellen
James Bond 007 Bd. 7. Goldfinger
Autor: Ian Flemming
Verlag Cross Cult 2013
ISBN: 9783864250828
393 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80
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