Samstag, 17. August 2013

James Bond 007 Bd. 7. Goldfinger

Diese Rezension habe ich zeitgleich auch auf Amazon.de veröffentlicht. Viel Spaß beim Lesen.


James Bond 007 Goldfinger


Ian Flemming bringt uns im siebten Bond-Roman mit „Goldfinger“ zurück in die Zeit des kalten Krieges. Es ist 1959 James Bond befasst sich mit Spionage im Auftrag seiner Majestät und hat dabei nicht nur die bösen Sowjets zum Feind. Ein besonderer Schurke gerät in das Visier von Bond und dem MI6: Auric Goldfinger, ein Verbrecher, der bis über beide Ohren in kriminelle Machenschaften verstrickt ist. Immer auf seinen eigenen Vorteil bedacht und verschlagen, denkt der Schuft immer zwei Schritte voraus. Keine Gaunerei ist dem Mann zu klein und er geht dabei immer mit der gleichen Sorgfalt vor, sei es ein kleiner Betrug beim Kartenspiel oder ein großer Clou. Er ist mehr oder weniger das krasse Gegenteil von Bond, und diesem auch auf Anhieb unsympathisch. Nachdem die beiden schon einmal aneinander geraten sind, bekommt Bond den Auftrag der Bank of England herauszufinden, was einer der reichsten Männer des Landes mit seinem unrechtmäßig erworbenen Vermögen vor hat. Und so fängt ein gefährliches Spiel, in dem Bond immer tiefer in die Machenschaften des von Gold besessenen  Verbrechers. Schließlich stellt sich heraus, dass Goldfinger nicht nur den größten Goldraub in der Geschichte plant, sondern auch einen Massenmord im ganz großen Stil plant.

Die Geschichte ist sehr linear angelegt und folgt dem klassischen Muster. Der übermächtige Schurke wird in einem zähen und langen Ringen vom Helden besiegt. Zum Lohn erhält der Held die Frau als Preis. Ich gebe zu, dass ist jetzt von mir sehr überspitzt vereinfacht dargestellt.  Das erste Treffen der beiden wird von Junius Du Pont herbeigeführt, der den Lesern bereits aus "Casino Royale"  bekannt ist. Ohne Umschweife führt Eins zum Anderen und Flemming verfolgt selbst mit den Nebenschauplätzen den Hauptspannungsbogen. Bond und Goldfinger liefern sich ein Duell nach dem anderen. Man gibt sich höflich distanziert und versucht im gleichen Atemzug den anderen mit unsauberen Tricks aus dem Feld zu werfen. Der Grund warum Bond nicht bei der ersten Gelegenheit von Oddjob, dem kultigen koreanischen Handlanger Goldfingers, dessen Stahlband im Bowler spätestens seit der Verfilmung unter der Regie von Guy Hamilton legendär ist, liegt wohl darin, dass er in Bond einen annähernd intellektuell ebenbürtigen Gegner sieht. Im Film konnte man Sean Connery als James Bond, Honor Blackman als Pussy Galore und Gert Fröbe als Auric Goldfinger bewundern. Die cineastische  Umsetzung setzt den Stoff fast unverändert um und mehr als einmal hatte ich das Gesicht von Gerd Fröbe vor meinem geistigen Auge, der mit Sean Connery seine kleinen Mindgames spielt.
Dabei ist der Bond im Buch kein strahlender Held, der die Welt vor den Machenschaften des gnadenlosen Schurken bewahren möchte. Bond ist vielmehr ein Kind seiner Zeit, und teilt so manche bigotte Ansicht seiner Zeitgenossen. So sieht er zum Beispiel in den Koreanern, die Goldfinger in seiner Organisation beschäftigt, wenig mehr als Tiere. Die Action, die in vielen Bond Verfilmungen eine gewichtige Rolle einnehmen, findet sich hier nicht. Fleming setzt damit nur wohl dosierte Akzente um Spannung aufzubauen und den Plot voranzubringen.

Fazit:
James Bond  ist auch in Buchform Kult. Hier treffen zwei ebenbürtige Gegner aufeinander. Goldfinger ist ein gerissener Schurke, dem Bond oft nur mit Glück Paroli bieten kann. Obwohl die Geschichte beständig vorangetrieben wird und nie auf der Stelle tritt, werden reine Actionszenen nur wohldosiert und Punktgenau eingesetzt. Atemlose Action sieht gewiss anders aus. Aber hier geht es ja um den gediegenen James Bond und nicht um Jason Bourne. Goldfinger ist mein persönlicher Favorit unter den Büchern dieser Reihe.

James Bond 007 Bd. 7. Goldfinger 
Autor: Ian Flemming
Verlag Cross Cult 2013
ISBN: 9783864250828
393 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80

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