Mittwoch, 21. August 2013

Derrick Storm -Drei Novellen: Sammelband

Diese Rezension konnte ich nicht beim Ringboten veröffentlichen, da die Thematik zur dortigen Zielgruppe nicht passt. Eigentlich schade, denn beim Lesen bekam ich Lust, wieder einen Blick in meine Ausgabe des Millienums End  Rollenspiels zu werfen. Es muss ja nicht immer das Mittelalter, Mittelerde oder Star Wars und Star Trek sein. Leider hat sich im Bereich Spionage und Thriller kein Rollenspiel dauerhaft etablieren können.

Derrick Storm -Drei Novellen: Sammelband


Der Autor Richard Castle ließ zum Auftakt der Fernsehserie „Castle“ die Romanfigur des Derrick Storm aus Frust sterben. Mit den hier in einem Band zusammengefassten drei Novellen kehrt dank des Cross Cult Verlages der ehemalige CIA-Mann und Privatdetektiv nach seinem vorgetäuschten Tod ins Leben als Mitarbeiter des US-Auslandsgeheimdienstes zurück. Im ersten Teil „Ein Sturm zieht auf“ wird Sturm reaktiviert um in einem Entführungsfall den Stiefsohn eines einflussreichen US-Senators in Washington zu ermitteln. Schnell wird klar, dass hinter der Entführung mehr steckt. Als perfekten Counterpart bekommt er auch noch die FBI Agentin April Showers zur Seite gestellt, mit der er schnell aneinander gerät. Der Schnüffler sieht sich mit einem Netz aus Lügen und Intrigen konfrontiert, welches er routiniert entwirrt. Die Handlung wird, wie auch die beiden anderen Novellen auf etwas mehr als 100 Seiten erzählt.


Die Zweite Novelle „Im Auge des Sturms“ führt das ungleiche Paar Storm und Showers nach Großbritannien. Ein im Exil lebender russischer Oligarch soll den Beiden Auskünfte über die Ereignisse in Washington geben.
Stattdessen werden die beiden in eine internationale Verschwörung hineingezogen. Alles scheint sich um einen sagenhaften Goldschatz aus den letzten Tagen der Sowjetunion zu drehen, der irgendwo in Russland versteckt wurde. Die dritte Novelle „Vom Sturm getrieben“ führt Storm dann auch in die ehemalige Sowjetunion, wo ihn ein paar sehr unliebsame Überraschungen und Erkenntnisse erwarten.
Über die drei Novellen hinweg inszeniert der Autor einen Techno-Thriller. Die Bände sind gut recherchiert und auch routiniert umgesetzt. Richard Castle hat den Plot gut durchdacht und die meisten logischen Fehler ausgeschlossen. Die Handlung ist sehr linear und auch bei der Lösung der Hintergründe ist man als aufmerksamer Leser schnell bei der Lösung des Falles dran. Das Ganze ist solide aufbereitet, aber hier wird das Rad beileibe nicht neu erfunden. Bei den Charakteren greift er auf vor allem auf Stereotypen zurück. Machtbesessene und korrupte Politiker, Intrigante Geheimdienstleute, die ihre wahren Absichten hinter dutzenden von Lügen verbergen, sadistische Folterknechte, die Liste ließe sich beliebig erweitern. Für Charakterentwicklung bei den Nebenpersonen bleibt bei knapp dreihundert Seiten auch kaum Platz. Eine Entwicklung findet daher vor allem zwischen den beiden Hauptprotagonisten statt.

Der abgeklärte Vollprofi Derrick Storm trifft auf die hochtalentierte und nicht minder clevere FBI Agentin April Showers. Storm der sich seine Brötchen bei der CIA mit dem Aufspüren von Personen verdient hat, und sich selten um Recht und Gesetz gekümmert hat, gerät natürlich mit der idealistischen Bundesagentin aneinander. Die beiden bilden ein gutes Team, aber Storm lässt keine Möglichkeit aus, mit lahmen anzüglichen Sprüchen seine Partnerin aus der Reserve zu locken. Dass sich dann doch etwas daraus zu entwickeln scheint ist wohl Storms Hartnäckigkeit zu verdanken.
Die Handlung insgesamt wird noch von einem Trauma überschattet, das Storm von einem Missglückten Einsatz verblieben ist. Die Verarbeitung dieses Traumas macht eigentlich Storms ganze Entwicklung aus. April Showers dagegen scheint auf den zweiten Blick den Beruf verfehlt zu haben. Die gute hätte besser gleich bei der CIA anheuern sollen. Bei mir wurde durch den vorliegenden Techno-Thriller  wieder das Interesse an Spionagerollenspielen wie Spycraft 2.0, Milleniums End  und das Urgestein „Top Secret“ aus den frühen Achtzigern geweckt.

Fazit: Derrick Storm Drei Novellen bietet alles was man sich von einem Techno-Thriller erwarten darf. Gut recherchiert und arrangiert, krankt die Handlung meiner Meinung nach etwas daran, dass die Charaktere zu eindimensional geraten sind. Tatsächlich kommt aber auch wieder das Kalte Kriegs Feeling auf, dass man von den Thrillern alter Schule kennt.

                 
Derrick Storm – Drei Novellen
Bücher zu Filmen/Serien/Thriller  
Richard Castle   
Cross Cult 2013
ISBN: 978-386425289
328 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80

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