Diese Rezension konnte ich nicht beim Ringboten veröffentlichen, da die Thematik zur dortigen Zielgruppe nicht passt. Eigentlich schade, denn beim Lesen bekam ich Lust, wieder einen Blick in meine Ausgabe des Millienums End Rollenspiels zu werfen. Es muss ja nicht immer das Mittelalter, Mittelerde oder Star Wars und Star Trek sein. Leider hat sich im Bereich Spionage und Thriller kein Rollenspiel dauerhaft etablieren können.
Derrick Storm -Drei Novellen: Sammelband
Die
Zweite Novelle „Im Auge des Sturms“ führt das ungleiche Paar Storm und Showers
nach Großbritannien. Ein im Exil lebender russischer Oligarch soll den Beiden
Auskünfte über die Ereignisse in Washington geben.
Stattdessen
werden die beiden in eine internationale Verschwörung hineingezogen. Alles
scheint sich um einen sagenhaften Goldschatz aus den letzten Tagen der
Sowjetunion zu drehen, der irgendwo in Russland versteckt wurde. Die dritte
Novelle „Vom Sturm getrieben“ führt Storm dann auch in die ehemalige Sowjetunion,
wo ihn ein paar sehr unliebsame Überraschungen und Erkenntnisse erwarten.
Über
die drei Novellen hinweg inszeniert der Autor einen Techno-Thriller. Die Bände
sind gut recherchiert und auch routiniert umgesetzt. Richard Castle hat den
Plot gut durchdacht und die meisten logischen Fehler ausgeschlossen. Die
Handlung ist sehr linear und auch bei der Lösung der Hintergründe ist man als
aufmerksamer Leser schnell bei der Lösung des Falles dran. Das Ganze ist solide
aufbereitet, aber hier wird das Rad beileibe nicht neu erfunden. Bei den
Charakteren greift er auf vor allem auf Stereotypen zurück. Machtbesessene und
korrupte Politiker, Intrigante Geheimdienstleute, die ihre wahren Absichten hinter
dutzenden von Lügen verbergen, sadistische Folterknechte, die Liste ließe sich
beliebig erweitern. Für Charakterentwicklung bei den Nebenpersonen bleibt bei
knapp dreihundert Seiten auch kaum Platz. Eine Entwicklung findet daher vor
allem zwischen den beiden Hauptprotagonisten statt.
Der
abgeklärte Vollprofi Derrick Storm trifft auf die hochtalentierte und nicht
minder clevere FBI Agentin April Showers. Storm der sich seine Brötchen bei der
CIA mit dem Aufspüren von Personen verdient hat, und sich selten um Recht und
Gesetz gekümmert hat, gerät natürlich mit der idealistischen Bundesagentin
aneinander. Die beiden bilden ein gutes Team, aber Storm lässt keine
Möglichkeit aus, mit lahmen anzüglichen Sprüchen seine Partnerin aus der
Reserve zu locken. Dass sich dann doch etwas daraus zu entwickeln scheint ist
wohl Storms Hartnäckigkeit zu verdanken.
Die
Handlung insgesamt wird noch von einem Trauma überschattet, das Storm von einem
Missglückten Einsatz verblieben ist. Die Verarbeitung dieses Traumas macht
eigentlich Storms ganze Entwicklung aus. April Showers dagegen scheint auf den
zweiten Blick den Beruf verfehlt zu haben. Die gute hätte besser gleich bei der
CIA anheuern sollen. Bei mir wurde durch den vorliegenden Techno-Thriller wieder das Interesse an Spionagerollenspielen
wie Spycraft 2.0, Milleniums End und das
Urgestein „Top Secret“ aus den frühen Achtzigern geweckt.
Fazit:
Derrick Storm Drei Novellen bietet alles was man sich von einem Techno-Thriller
erwarten darf. Gut recherchiert und arrangiert, krankt die Handlung meiner
Meinung nach etwas daran, dass die Charaktere zu eindimensional geraten sind.
Tatsächlich kommt aber auch wieder das Kalte Kriegs Feeling auf, dass man von
den Thrillern alter Schule kennt.
Derrick
Storm – Drei Novellen
Bücher
zu Filmen/Serien/Thriller
Richard
Castle
Cross
Cult 2013
ISBN:
978-386425289
328
S., Taschenbuch, deutsch
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