Donnerstag, 14. Mai 2015

Star Trek Titan 2 – Der Rote König

Die U.S.S. Titan setzt ihre Reise unter dem Kommando des frisch gebackenen Captain Riker fort. Kaum haben er und seine Crew den drohenden Bürgerkrieg im Romulanischen Imperium abgewendet, droht durch ein weiteres „Vermächtnis“ des verschiedenen Prätors und Picard-Klon Shinzon neue Gefahr, die mehr als nur die Besatzung der U.S.S. Titan bedroht.


Der Cross Cult Verlag legt bei der Veröffentlichung von „Star Trek“-Romanen ein beachtliches Tempo vor. So liegt nun mit der „Rote König“ bereits der zweite Band der Reihe um Rikers erstes Kommando vor. Die Handlung setzt da ein, wo „Eine neue Ära“ am Ende einen zünftigen Cliffhänger hinterlassen hat. 

Durch die Anomalie, die bei der Vernichtung von Shinzons Flagschiff Scimitar durch dessen eigene Superwaffe entstanden ist, wurde die U.S.S. Titan zusammen mit anderen romulanischen Schiffen in eine weit entfernte Nebengalaxie, die Kleine Magellansche Wolke, gezogen. Dort angekommen, stellen Riker und seine bunte Truppe schnell fest, dass die Annomalie auch noch andere Qualitäten hat, als nur als eine Art Wurmloch zu fungieren und ein schönes Farbenspiel in den Himmel zu malen. 

Was in heimatlichen Gefilden bisher als relativ harmlose Anomalie galt, entwickelt hier das Potenzial zu umfassender Zerstörung. Leidtragende sind in diesem Fall vor allem die Neyel, ein verschollener Seitenstamm der Menschheit, der sich hier eine neue Existenz aufgebaut hat. Die Neyel sind dabei keine völlig Unbekannten, zumindest nicht in dem „Star Trek“-Universum, das in den Romanen entworfen wird. 

Ihr Debüt gaben die Neyel in dem „Star Trek: The Lost Era“-Roman „The Sundered“. Damals bereiteten die Neyel Captain Sulu von der U.S.S. Excelsior einiges Kopfzerbrechen. Zwei Bekannte, die damals beteiligt waren, sind auch diesmal mit von der Partie: Tuvok, der vorübergehend auf der U.S.S. Titan dient, und Admiral Akaar. Die beiden verbinden einige gemeinsame Erlebnisse, aber genauso viel scheint sie auch zu trennen. Besonders Akaar scheint Tuvok etwas nicht verzeihen zu können und der Leser wird im Laufe der Handlung erfahren, wo des Pudels Kern liegt und ob die beiden ihre Streitigkeiten beilegen können. 

Zurück aber zu den Neyel, denn hier ist wieder einmal die klassische „Was-glaubt-ihr-weshalb-gibt-es-wohl-die-oberste-Direktive“-Situation gegeben. Einmal mehr muss Riker sich darüber Gedanken machen, wie man die Gesetze der Föderation biegt, ohne sie zu brechen – nach Jahren unter Picard dürfte das allerdings für ihn eine relativ leichte Übung sein. Entscheidet er sich für eine Rettungsaktion zugunsten der Neyel oder überlässt er die Bevölkerung als unvermeidliche Opfer von Kollateralschäden ihrem Schicksal. 

Als hauptsächlicher Fokus für den Plot um die Neyel dient vor allem Frane, ein von den Romulanern aufgesammelter Neyel, der Mitglied einer Sekte ist, die davon überzeugt ist, dass die Anomalie die Manifestierung einer örtlichen Gottheit ist, die gerade erwacht und sich darauf vorbereitet, Franes Volk für vergangene Untaten zu vernichten. Die Ingenieure der U.S.S. Titan haben natürlich eine wissenschaftlichere Erklärung für die Ereignisse. Das Ergebnis, ob nun die Wissenschaft oder die Metaphysik, ist allerdings das gleiche und droht in letzter Konsequenz die gesamte Kleine Magellansche Wolke vollständig zu vernichten. Riker fühlt sich zu dem Neyel hingezogen, denn dieser hat ein ähnliches Problem mit seinem Vater, wie es Riker mit seinem hatte. Die Bewältigung dieses Problems wird aber in den Hintergrund gedrängt, denn die Ereignisse überschlagen sich. 

Und während Riker mit einer Hiobsbotschaft nach der anderen konfrontiert wird, muss er feststellen, dass die romulanische Befehlshaberin Donatra ihr eigenes Spiel spielt, und dabei zwischen ehrenhaftem Verhalten und den üblichen romulanischen Ränkeschmieden hin- und herpendelt. 

Die Handlung verzichtet diesmal auf größere Expositionen der einzelnen Crewmitglieder, die Hauptarbeit wurde in diesem Zusammenhang bereits in Band 1 erledigt. Einige Rückblenden, die das Dilemma zwischen Tuvok und Akaar in ein rechtes Licht rücken, lockern die Handlung auf. Ansonsten wird mit Action nicht gegeizt, und besonders die Hilflosigkeit angesichts der sich anbahnenden Katastrophe wird gut in Szene gesetzt. Am Ende werden dann aber die meisten Handlungsstränge aufgelöst und Riker findet endlich ein Motto für die Widmungstafel der U.S.S. Titan. (Letzteres war für mich fast schon genauso spannend wie der eigentliche Hauptplot.) 

Der Titel bezieht sich übrigens auf Lewis Carrols „Alice hinter den Spiegeln“ und ist eine direkte Anspielung auf die Figur des Roten Königs, der angeblich die Geschichte samt Alice träumt. Das Motiv findet sich auch in Tad Williams „Fluss aus blauem Feuer“ wieder. 

Als kleines Extra werden weitere Personen des Roman-Ensembles, wie zum Beispiel Tuvok, kurz beschrieben. Außerdem erhält man einen kleinen Einblick in den Roman „The Sundered“ und die Autoren werden kurz vorgestellt. 

Wie schon beim ersten Band besticht das Cover durch eine gelungene Komposition, die sowohl Admiral Akaar als auch Tuvok sowie einen roten König verbindet. 

Fazit: „Der Rote König“ setzt konsequent die Linie fort, die in „Eine neue Ära“ begonnen wurde. Hier sind Könner und Kenner am Werk, die aus dem Franchise das Beste herausholen. Die Autoren brennen ein wahres Actionfeuerwerk ab, lassen aber auch Charakterentwicklung nicht zu kurz kommen. Riker und Co. kommen glaubwürdig rüber, und auch die einzelnen Elemente der Handlung sind stimmig und führen zum Teil auch Handlungsstränge aus anderen Romanen weiter. Alles in allem ist der Roman also nicht nur für Fans allein geeignet.

Star Trek Titan 2 – Der Rote König 
Film/Serien-Roman
Michael A. Martin, Andy Mangels
Cross Cult 2009
ISBN: 978-3-941248-02-1
377 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Mittwoch, 13. Mai 2015

Star Trek Titan 1 – Eine neue Ära

Mit den Worten „Die letzte Reise einer Generation beginnt…“ war seinerzeit mit einem Trailer für den zehnten „Star Trek“-Kinofilm „Nemesis“ geworben worden. Hier nun beginnt in Buchform im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Ära – mit alten Bekannten, alten Feinden, aber vor allem neuen Herausforderungen. Es lohnt sich, einen Blick zu riskieren…

Dank des Cross-Cult-Verlags haben deutschsprachige Romane im „Star Trek“-Universum eine neue Perspektive bekommen. Nach dem gelungenen Auftakt mit „Star Trek – Vanguard“ folgt jetzt die Fortsetzung der Zeitline nach „Nemesis“ mit den Abenteuern des Raumschiffs Titan, deren neuer Kommandeur kein anderer als William T. Riker ist. Was in „Nemesis“ nur mit wenigen Worten angedeutet wurde, wird hier in Form gegossen. Und Rikers erstes eigenes Kommando ist wirklich bemerkenswert.

Inhaltlich beginnt die Handlung kurz nach den Ereignissen von „Nemesis“. Während sich der neue Captain mit seinem neuen Kommando anfreundet, breitet sich im romulanischen Imperium das Chaos aus. Durch den Tod Shinzons, dessen gewaltsame Machtergreifung den etablierten Regierungsapparat weitgehend ausgeschaltet hat und dessen Herrschaft nur wenige Tage dauerte, ist ein Machtvakuum entstanden, das mehrere Fraktionen zu füllen gedenken. Das Imperium steht am Rande eines Bürgerkrieges. Neben den Resten des Senats und des Militärs buhlen natürlich auch der gefürchtete Geheimdienst Tal Shiar und die Remaner um die Kontrolle. Die Föderation ist besorgt, dass ein völliger Zusammenbruch des Sternenimperiums das delikate Machtgefüge des Alpha- und Beta-Quadranten empfindlich stören könnte. Aus diesem Grunde wird die Forschungsreise der U.S.S. Titan verschoben, und Riker wird beauftragt Verhandlungen zu führen, um die Stabilität des Imperiums zu gewährleisten.

Ein wirres Intrigenspiel um die Macht entbrennt, und Riker und Konsorten müssen all ihr Geschick aufwenden, um zu verhindern, dass die Verhandlungen scheitern, bevor sie ernsthaft beginnen können. Dabei hat sich die Besatzung der Titan auch noch anderen internen Herausforderungen zu stellen. Das Schiff ist ein buchstäblicher Schmelztigel der unterschiedlichsten Rassen, und der Anteil der Menschen liegt bei lediglich 15% Hier wird das Vulkanische Motto „Infinite Diversity in Infinite Combinations“ praktisch auf die Spitze getrieben.

Ein Sammelsurium an exotischen Crewmitgliedern muss einen Weg finden, sich an ein neues Schiff und aneinander zu gewöhnen. Eine weibliche Ferengi, ein Bajoraner und ein Cardassianer sind nur ein paar der hier auftretenden Exoten, und bei weitem nicht die ungewöhnlichsten. Den ersten Preis gewinnt ohne Zweifel der leitende Medizinische Offizier, ein Echsenwesen, dessen Anwesenheit nicht nur bei Riker Unbehagen erweckt. Der gute Doktor scheint sich seiner Wirkung auf andere durchaus bewusst zu sein, schließlich kokettiert genauso oft mit diesem Umstand, wie er auch darunter leidet, dass die Crew ihm mit Unbehagen begegnet. Aber jedes Crewmitglied, welches einen Auftritt in der Handlung hat, wird mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Stereotypen kann man hier mit der Lupe suchen.

Besonders gefreut hat mich, dass es den Autoren gelungen ist, Riker, Troy und andere Protagonisten, welche man bereits aus den Serien und Filmen kennt, glaubwürdig in Szene zu setzen. Besonders Rikers trockner Humor ist den beiden gut gelungen. Ansonsten findet man noch jede Menge Akteure aus den verschiedensten „Star Trek“-Serien und -Filmen, weitgehend aus Nebenrollen aber auch prominentere Personen, wie der Vulkanier Tuvok, bekommen ihren Auftritt. Von TNG über DS9 bis hin zu Voyager wird kräftig in den Fundus erinnungswürdiger Persönlichkeiten gegriffen, um dem Fan mit mehr oder minder vertrauten Namen das Gefühl zugeben, sich trotz aller Neuerungen auf bekannten Terrain zu bewegen. Außerdem spielt ein sehr bekannter Akteur aus der Originalserie eine nicht unwesentliche Rolle. Auch auf der romulanischen Seite wird nicht mit mehr oder minder guten Charakteren gegeizt, neben Tomalak und Senator Pardek, beides alte Antagonisten aus TNG, findet man Donatra und die Senatorin Tal Aura, beide bekannt aus „Nemesis“.

Gerade die Fülle von exotischen Personen und Ausnahmepersönlichkeiten, die im Verlauf der Handlung eingeführt werden, sorgt dafür, dass die Handlung nur langsam voran kommt. Gegen Mitte nimmt sie dann aber zunehmend Fahrt auf, und auch ein recht steiler Spannungsbogen macht den etwas dahinplätschernden Anfang mehr als wett.

Als der Name U.S.S. Titan das erste mal die Runde machte, spekulierten in etlichen Foren die „Star Trek“-Fans, um welche Art von Schiff es sich hier handeln sollte. Sehr viele Fans erwarteten ein gewaltiges Schiff mit genug Feuerkraft, um einen Borgkubus im Alleingang zu vaporisieren, schließlich war das bisher immer die Richtung in Film und Fernsehen gewesen. Zumal auch die Enterprise-E größer und besser bewaffnet war, als der unmittelbare Vorgänger der Galaxy Klasse. Stattdessen bekommt Riker das Kommando über ein Forschungsraumschiff, das nach dem Saturnmond Titan benannt ist und das über gerade mal 350 Besatzungsmitglieder verfügt. Die U.S.S. Titan ist alles andere als ein waffenstarres Kriegsschiff. Dies ist ein klares Signal, dass hier wirklich eine „Neue Ära“ am Ende einer konfliktreichen Dekade im „Star Trek“-Universum eingeläutet wird.

Dies wird auch im Zusatzmaterial in den Anhängen ersichtlich. Zum einen bekommt der geneigte Leser einen Einblick in die momentanen Probleme und Feinheiten der romulanischen Politik. Zum anderen wird das Dreigestirn – bestehend aus Captain Riker, Deanna Troi, die als Counselor und diplomatischer Offizier dient, und dem ersten Offizier Christine Vale – mit kurzen Lebensläufen vorgestellt. Den Anfang der Anhänge macht jedoch ein interessanter Exkurs in die Hintergründe dieser neuen Reihe und das neue Raumschiff.

Das Cover besticht durch eine gelungene Komposition, aber das Sahnehäubchen sind die ausklappbaren und farbigen Ansichten der U.S.S. Titan. Ein kleines Extra, welches mir auch schon in dieser Form bei den Abbildungen der Raumstation „Vanguard“ in „Der Vorbote“, sehr gefallen hat.

Fazit: „Eine neue Ära“ zeigt, dass hier Kenner des Franchise am Werk sind, die mit viel Liebe zum Detail den Auftakt zu einer neuen „Star Trek“-Reihe aus der Taufe gehoben haben, der dem ursprünglichen Konzept von Gene Roddenberry sehr nahe kommt. Die Handlung gewinnt nur langsam an Fahrt, da eine Fülle von Akteuren vorgestellt werden müssen, macht aber schließlich einen etwas schleppenden Anfang mehr als wett. Ein gelungener Start für eine Buchreihe zu einem Franchise, dem bereits der kreative Tod nachgesagt worden war. Jeder, der „Star Trek“-Fan ist, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Aber auch Gelegenheitsleser, die kein gesondertes Interesse an „Star Trek“ haben, können auf ihre Kosten kommen.

Star Trek Titan 1 – Eine neue Ära
Film/Serien-Roman
Michael A. Martin, Andy Mangels
Cross Cult 2008
ISBN: 3941248014
379 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80

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Star Trek: Titan ab heute auf dem Lesesofa

Im letzten Kinofilm an dem sich die Crew der U.S.S. Enterprsie-E unter Captain Picard beteiligte war die neue Wirkungstätte des frisch gebackenen Captains William T. Riker nicht mehr als ein beiläufig erwähnter Name: U.S.S. Titan. Amerkianische wurden um Ihre Meinung gebeten um was für eine Art Schiff es sich bei Rikers erstem eigenen Kommando handeln sollte. Heraus kam ein Forschungschiff, dass größer ist als Janeways U.S.S. Voyager und kleiner als Picards U.S.S. Enterprise.

Bevölkert wird das Schiff von einer enormen Anzahl Akteuer die unterschiedlichen Rassen angehören. Menschen sind hier eher die Minderheit an Bord. Es ist in vielerlei Hinsicht ein galaktische Patchworkfamilie, die Riker übernimmt. Die U.S.S. Titan kehrt - zumindest nominell - zu den Traditionen der Originalserie zurück. Riker darf in unbekannte Regionen des Weltraums vordringen und Entdecker sein.
Die Serie um Captain Riker und seine Crew ist vielleicht auch deshalb so erfolgreich, weil die Geschichten ein wenig an die gute alte Zeit mit Kirk, Spock und Co. erinnern.

Nun folgen in chronologischer Rheienfolge in den nächsten Tagen alle Romane der Reihe, die ich bisher gelesen habe.....

Dienstag, 12. Mai 2015

Star Trek – Frohe klingonische WeiHnach’t

Manche werden sich wundern, dass an dieser Stelle im Wonnemonat Mai ein Buch vorgestellt wird, dass sich besonders gut unter einem geschmückten Baum machen würde. Zum einen habe ich diese Rezensionen bereits beim Ringboten-Online Mitte Dezember 2014 veröffentlicht. Und zum anderen ist es ein evidentes Zeichen dafür, wie sehr ich diesen Blog bisher vernachlässigt habe...


In diesem Buch werden die Klingonen in den Mittelpunkt der Weihnachtsgeschichte gestellt. Viele vertraute Bräuche bekommen einen „klingonischen“ Einschlag. Einschließlich eines Klingolaus mit ausfahrbaren Klauen, Tribbles in den Stiefeln unartiger klingonischer Jungen und Mädchen und der beseelten Feiertagswärme einer heißen Tasse gewürzten Blutweins. Was braucht der Fan mehr, um in Weihnachtsstimmung zu kommen …

Es gibt schon seltsame Blüten, die ein Franchise treiben kann. Zum Fest der Liebe kann man auch die Geeks in seinem Umfeld mit allerlei Geschenken bedenken. Die obligatorischen Franchiseartikel, wie etwa Tassen mit Logo und Sprüchen, sind da ja schon fast langweilig. Aber für den eingefleischten Fan gibt es noch andere Schmankerl, an denen er sich erfreuen kann. Das vorliegende Buch ist eines dieser Schmankerl. Pünktlich zum Fest können sich nun „Star-Trek“-Fans auf die klingonische Weihnacht freuen.

Dieses lediglich 40 Seiten umfassende Hardcoverbuch mit Schutzumschlag macht optisch etwas her und das ist die Hauptintension. Textlich fällt das Ganze dann auch etwas mager aus. Auf jeder Doppelseite stehen Illustrationen aus der Hand von Patrick Faricy, inspiriert von dem idealisierenden Stil eines Norman Rockwell, im Mittelpunkt. Der Aufbau der Seiten ist immer gleich. Auf der Linken Seite steht der Text, auf der rechten Seite findet sich eine passende vollfarbige Zeichnung.

Der Text beschränkt sich auf ein paar Zeilen in Reimform. Dabei werden übliche (oft amerikanische) Weihnachtsgebräuche klingonisch eingefärbt. Die artigen Kinder bekommen echte Klingenwaffen zum Fest und der Urvater aller Klingonen, Kahless, wird als Jesuskind präsentiert, während ehrlose und böse Kinder mit einem grässlichen Tribble bestraft werden. Es finden sich etliche Anleihen an die klingonische Kultur, die durchaus lustig sind. Gewürzter Blutwein, ein von Bird of Preys gezogener Schlitten und verhedderte Lichterketten sind nur einige der Elemente, die hier aufgenommen wurden. Man krümmt sich zwar nicht vor Lachen, aber ich konnte beim ersten Lesen auf jeder Seite schmunzeln.

Die Reime sind erwartungsgemäß keine großartige epische Lyrik. Da ich nur die deutsche Übersetzung vorliegen hatte, kann ich leider nicht beurteilen, ob die originalen englischsprachigen Verse qualitativ besser sind. Im Zweifel würde ich jedoch eine ähnliche Qualität vermuten.

Fazit: „Frohe klingonische WeiHnach’t“ ist etwas für eingefleischte „Star Trek“-Fans. Es ist gewiss keine abendfüllende Lektüre, aber es ist kurzweilig und lädt den Fan zum Schmunzeln ein. Die liebevoll gezeichneten Illustrationen zu sehen, machte mir großen Spaß. Die Verse sind keine große Lyrik, aber durchaus witzig. Auch wenn
manchmal die Maxime „Reim dich oder ich fress’ dich“ zu sehr eingesetzt wurde. Am Ende ist das Buch nach einem „echten“ Bathlet wohl das zweitbeste Geschenk, das sich ein echter Klingonenfan für unter dem Weihnachtsbaum wünschen kann. Der Preis von 14,80 Euro ist für die solide und meiner Meinung nach gelungene Verarbeitung gerechtfertigt.

Star Trek – Frohe klingonische WeiHnach’t
Begleitbuch
Paul Ruditis
Cross Cult 2014
ISBN: 978-3864254376
40 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 14,80


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Montag, 11. Mai 2015

Planet der Affen

Mit neuen Filmen, die auf dem Roman „Planet der Affen“ basieren, hat sich der Verlag Cross Cult entschieden, eine Neuauflage des ursprünglichen Buchs auf den Markt zu bringen. Der Leser kann sich auf einen echten Leckerbissen freuen.

1963 wurde Pierre Boulles „Planet der Affen“ zum ersten Mal veröffentlicht. Der Roman diente in den letzten fünfzig Jahren immer wieder als Basis für verschiedene Filme und auch für eine kurzlebige Fernsehserie. Der Verlag hat eine völlig neue Übersetzung des Romans aus dem Französischen durch Merle Taeger beauftragt, die sehr angenehm zu lesen war.
 
Wer die Geschichte aus dem Film kennt, wird hier ein paar gravierende Veränderungen feststellen, die dem Ganzen eine besondere Wendung geben, sich aber erst im Laufe der Handlung offenbaren. Die Filme haben sich teilweise enorme Freiheiten mit dem Hintergrund genommen.

Darum geht es: Zwei reiche Müßiggänger finden auf einer galaktischen Kreuzfahrt eine Flaschenpost. In der Flasche befindet sich der Reisebericht des Franzosen Ulysse Mèrou, der mit zwei Begleitern zu dem Stern Beteigeuze reist. Dort finden die Männer zu ihrer Überraschung einen Planeten vor, welcher der Erde sehr ähnelt und von ihnen Soror (Schwester) getauft wird. Nach der Landung stoßen die Forscher auf menschenähnliche Wesen, denen jedoch jedes rationale Handeln und Denken zu fehlen scheint. Durch eine Verkettung unglücklicher Ereignisse, werden die Astronauten ihrer Ausrüstung und ihrer Kleidung beraubt. Als wenn das nicht genug wäre, werden sie in einer mörderischen Treibjagd von der herrschenden Zivilisation des Planeten gejagt: den Affen.

Ulysse Mèrou wird von seinen Gefährten getrennt und in eine Forschungsanstalt gebracht. Dort wird er verschiedenen Tests unterzogen, wie sie heutzutage an Primaten durchgeführt werden. Pierre Boulle beraubt seinen Protagonisten all der zivilisatorischen Symbole und degradiert ihn zu einem Tier. Es ist quasi eine auf den Kopf gestellte Welt, die mir beim Lesen Unbehagen hervorrief. Besonders immer dann, wenn die Affen stolz über ihre Versuche an Menschen berichten. Nur mit Mühe und Glück gelingt es Ulysse, die Schimpansin Zira davon zu überzeugen, dass er fähig ist, rational zu denken und zu handeln. Gemeinsam mit Zira und ihrem Verlobten Cornelius versucht der moderne Odysseus, das Geheimnis des Planeten der Affen zu ergründen. Dabei erlebt er ein paar faustdicke Überraschungen.

Der Roman ist nicht sehr actionbetont. Der Protagonist ist kein Kämpfer und kann seiner Gefangennahme nicht entgehen. Das Buch lässt den Leser durch einen dunklen Spiegel blicken. Dabei werden zum einen Tierversuche  angeprangert, indem diese nun an Menschen durchgeführt werden. Zum Zweiten wird die narzisstische Einstellung des Menschen als vermeintliche „Krone der Schöpfung“ als Hybris entlarvt.

Das Buch ist aus meiner Sicht jedoch nicht zu Ende gedacht. So wird Mèrou mit einer schönen Frau zusammengesperrt, zu der er sich hingezogen fühlt und die er Nova tauft. Wenn man konsequent darüber nachdenkt, müsste eine Frau, die sich wie ein Affe gebärdet und deshalb auch nicht so sehr auf ihr Äußeres achtet, auf Mèrou wohl weniger attraktiv wirken. Trotzdem wird die Frau von ihm immer wieder mit einer Nymphe verglichen. Ungepflegtes Äußeres – Fehlanzeige.

Manches im Roman kommt deshalb ein wenig zu vereinfacht herüber. Vieles, insbesondere verschiedene Tests werden detailliert beschrieben. Anderes dagegen bleibt vage. Der Protagonist selbst ist eine zwiespältige Person. Zum einen bemitleidet er seine primitiven Mitmenschen, zum anderen verachtet er sie jedoch auch und behandelt sie mit der gleichen Gleichgültigkeit, wie es die Affen tun. Auch die Lösung des Rätsels zum Hintergrund des Planeten der Affen erschien mir zum Schluss ein wenig zu konstruiert und viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen, um glaubwürdig zu sein. Ich will jedoch nicht zu viel verraten. So viel sei aber gesagt: Die Ungereimtheiten waren nun nicht so störend, als dass das Lesevergnügen geschmälert würde.

Fazit: Es ist ein zeitloser Klassiker, den Cross Cult dem Leser serviert. Das Buch geht in eine etwas andere Richtung als die verschiedenen Filme, die auf ihm basieren. Die verkehrte Welt, die Pierre Boulle seinen Mitmenschen vor gut fünfzig Jahren vorsetzte, ist sowohl Zivilisationskritik als auch ein Plädoyer gegen Tierversuche. Mit einigen Wendungen und Handlungen war ich nicht glücklich, da sie sich mir nur bedingt erschlossen hab
en. Manche Wendung in der Handlung schien mir dann doch zu konstruiert.

Planet der Affen
Science Fiction-Roman
Pierre Boulle
Cross Cult 2014
ISBN: 9783864254253
68 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Sonntag, 10. Mai 2015

Planet der Affen: Feuersturm – Die Vorgeschichte

Mit dem Film „Prevolution“ erfuhr das „Planet der Affen“-Franchise eine unerwartete Neuauflage, die in dem Film „Revolution“ eine Fortsetzung findet. Damit der Fan auch zusätzliche Informationen erhält, gibt es mit dem vorliegenden Roman eine sehr gelungene Geschichte, welche beide Filme miteinander verbindet.

Bücher zu Filmen sind eine Ware, über die man geteilter Meinung sein kann. Viele Leser fragen sich, ob es Sinn macht, ein Buch noch zu lesen, wenn man den Inhalt in ansprechender Weise auf der großen Leinwand serviert bekommen hat. Oft zeigen die Romane die Schwächen eines Plots viel stärker, als auf der Leinwand ersichtlich ist, wo Bilder und Spezialeffekte diese kaschieren können.

Der Roman aus der Feder von Greg Keyes geht einen anderen Weg. Er ist ein Bindeglied zwischen den Kinofilmen „Prevolution“ und „Revolution“, der auch als Geschichte für sich allein genommen als sehr packend und auch verstörend herüberkommt.

Die Handlung setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Kinofilms ein und verfolgt zwei gegenläufige Handlungen. Die erste beschreibt den Ausbruch der unheilbaren Affengrippe und den nachfolgenden Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation. Die Gesellschaft zerfällt binnen weniger Tage auf tragische und brutale Weise, während die Institutionen der Situation hilflos gegenüberstehen und verängstigte Menschen und Fanatiker sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Im Gegensatz dazu entwickeln die Affen unter Caesars Führung zur gleichen Zeit eine primitive Gesellschaft mit zunehmender Kooperation zwischen den einzelnen Affenrassen. Kooperation ist auch für die Affen bitter nötig, denn der Konzern, der hinter dem ursprünglichen Projekt stand, das Caesars Mutation verursachte, jagt die Affen gnadenlos, auch um seine Verstrickung in die Angelegenheit mit der Affengrippe zu vertuschen.

Die Charaktere, von denen die meisten extra für den vorliegenden Roman erdacht wurden, sind authentisch und glaubwürdig. Vor allem der Söldner Malakai und die Zoologin Clancy, aber auch der Reporter David Flynn und die Ärztin Talia, werden lebendig geschildert und verfügen über nachvollziehbare Motivationen. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr an diese Persönlichkeiten gewöhnen, die meisten Menschen werden den Verlauf der Handlung nicht überleben. Die Affen haben es da etwas besser. Neben Ceasar wird hier der halb blinde Schimpanse Koba als Protagonist eingeführt, der ebenfalls über eine gesteigerte Intelligenz verfügt und mittels Zeichensprache kommunizieren kann. Keyes bereichert die Handlung immer wieder durch sehr intensive Rückblicke in die Vergangenheit von Koba und Malakai. Beide Personen sind von ihrer Vergangenheit gezeichnet. In den jeweiligen Handlungssträngen nehmen sie jeweils die Rolle einer tragischen Figur ein.

Fazit: „Feuersturm“ ist ein sehr gut geschriebener, sehr intensiver Roman, dessen Lektüre nicht nur kurzweilig, sondern auch anspruchsvoll ist. Der Autor hat hier, soweit es mich betrifft, alles richtig gemacht. Das Buch ist ein Bindeglied zwischen den beiden Filmen und nicht nur für Fans geeignet. Besonders eindrücklich wird der Zerfall der menschlichen Zivilisation beschrieben.

Planet der Affen: Feuersturm - Die Vorgeschichte
Film/Serien-Roman
Greg Keyes
Cross Cult 2014
ISBN: 9783864254260
360 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Samstag, 9. Mai 2015

Grimm 01 – Der eisige Hauch

Die Fernsehserie „Grimm“ vermischt Märchen, Crime und Mystery zu einer eigentümlichen und sehr erfolgreichen Mischung. Nun bringt der Cross-Cult-Verlag einen neuen Fall in Romanform, mit dem sich der Grimm Nick Burkhardt befassen muss.

Fernsehserien, die Märchen als Hintergrundelemente verwenden, haben derzeit genauso Konjunktur wie Zombie- und Vampirfilme. Neben Serien wie „Once upon a time“ zählt auch die Fantasy/Mystery-Serie „Grimm“, die Versatzstücke aus Grimms Märchen und anderen Erzählungen als Inspirationsquelle verwendet, zu diesen populären Erscheinungen.

Die Inhaltsangabe gibt die Marschrichtung vor: Ein mysteriöser Todesfall erregt die Neugierde von Captain Renard, der den Fall den Detectives Nick Burkhardt und Hank Griffin zuweist. Nick Burkhardt ist ein Grimm, ein Jäger übernatürlicher Wesen. Schon bald mehren sich die Hinweise, dass hinter dem Mord eine kriminelle Organisation von Wesen, die sich „Eisiger Hauch“ nennt, steckt.

In den einzelnen Folgen bekam es Nick oft nur mit einem einzelnen Wesen oder einigen wenigen übernatürlichen Gegnern zu tun. Dieses Mal ist es eine ganze Organisation, die sich in der Unterwelt von Portland eingenistet hat und andere einheimische Wesen in ihren Dienst gepresst hat. Ziel dieser Organisation ist nicht weniger, als die kriminellen Geschäfte der Stadt im Allgemeinen und das Drogengeschäft im Besonderen an sich zu reißen. Dabei schreckt sie natürlich nicht vor Mord oder dem Einsatz von noch übleren Methoden, die das Gebaren menschlicher Krimineller wie einen Kindergeburtstag wirken lassen, zurück. Hier gibt es ein paar eindrucksvolle Szenen, mit denen das klargestellt wird.

Übernatürliche Wesen, die als organisierte Bande operieren – John Shirly verfolgt in „Der eisige Hauch“ einen sehr schönen Ansatz. Und so gibt es ein Wiedersehen mit verschiedenen Wesen, die man aus der Serie bereits kennt. Viele Wesen kommen gut und stimmig rüber, andere wiederum bleiben leider ein wenig blass und sind nicht mehr als Handlanger mit besonderen Fähigkeiten. Gegen Ende wird alles für meinen Geschmack ein wenig zu inflationär aufgestellt. Der Zauber geht vollends verloren, wenn einzigartige Wesen schlichtweg in der Masse untergehen, weil es zu viele unterschiedliche gibt.

Der Roman ist um Längen komplexer angelegt als die übliche Serienfolge. Bis zum Finale gibt es dann auch ein paar Wendungen, die auf eine Schnitzeljagd durch Portland führen. Nick wandert dabei auf einem schmalen Grat, der das Ende seiner Karriere als Polizist bedeuten könnte. Besonders, wenn er sich von seinen Instinkten als Grimm leiten lässt, und seine Ausbildung vergisst. Der in der Inhaltsangabe beschworene alte Konflikt, in den Nick zusehends verstrickt wird, ist für meinen Geschmack nicht so gut eingebaut worden. Man hätte diesen Aspekt meiner Meinung nach besser in die Geschichte einbinden können. So erfährt eigentlich nur der Leser über eingeschobene Geschichten von diesem Konflikt. Was mir dagegen gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie der Blutbader Monroe in die Handlung eingebaut wurde.

Fazit: Über die Romane zu Serien kann man in der Regel ja geteilter Meinung sein, oft genug leidet die Qualität. „Der eisige Hauch“ dagegen ist grundsolide geschrieben und macht alles richtig. Der Roman trifft die Eigenheiten der Serie gut und die Charaktere werden gut dargestellt. Einige Handlungsstränge hätten etwas eleganter eingebracht werden können, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch.

Grimm 01 – Der eisige Hauch
Film/Serien-Roman
John Shirly
Cross Cult 2013
ISBN: 978-3864253058
360 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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