Sonntag, 10. Mai 2015

Planet der Affen: Feuersturm – Die Vorgeschichte

Mit dem Film „Prevolution“ erfuhr das „Planet der Affen“-Franchise eine unerwartete Neuauflage, die in dem Film „Revolution“ eine Fortsetzung findet. Damit der Fan auch zusätzliche Informationen erhält, gibt es mit dem vorliegenden Roman eine sehr gelungene Geschichte, welche beide Filme miteinander verbindet.

Bücher zu Filmen sind eine Ware, über die man geteilter Meinung sein kann. Viele Leser fragen sich, ob es Sinn macht, ein Buch noch zu lesen, wenn man den Inhalt in ansprechender Weise auf der großen Leinwand serviert bekommen hat. Oft zeigen die Romane die Schwächen eines Plots viel stärker, als auf der Leinwand ersichtlich ist, wo Bilder und Spezialeffekte diese kaschieren können.

Der Roman aus der Feder von Greg Keyes geht einen anderen Weg. Er ist ein Bindeglied zwischen den Kinofilmen „Prevolution“ und „Revolution“, der auch als Geschichte für sich allein genommen als sehr packend und auch verstörend herüberkommt.

Die Handlung setzt kurz nach den Ereignissen des ersten Kinofilms ein und verfolgt zwei gegenläufige Handlungen. Die erste beschreibt den Ausbruch der unheilbaren Affengrippe und den nachfolgenden Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation. Die Gesellschaft zerfällt binnen weniger Tage auf tragische und brutale Weise, während die Institutionen der Situation hilflos gegenüberstehen und verängstigte Menschen und Fanatiker sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Im Gegensatz dazu entwickeln die Affen unter Caesars Führung zur gleichen Zeit eine primitive Gesellschaft mit zunehmender Kooperation zwischen den einzelnen Affenrassen. Kooperation ist auch für die Affen bitter nötig, denn der Konzern, der hinter dem ursprünglichen Projekt stand, das Caesars Mutation verursachte, jagt die Affen gnadenlos, auch um seine Verstrickung in die Angelegenheit mit der Affengrippe zu vertuschen.

Die Charaktere, von denen die meisten extra für den vorliegenden Roman erdacht wurden, sind authentisch und glaubwürdig. Vor allem der Söldner Malakai und die Zoologin Clancy, aber auch der Reporter David Flynn und die Ärztin Talia, werden lebendig geschildert und verfügen über nachvollziehbare Motivationen. Man sollte sich jedoch nicht zu sehr an diese Persönlichkeiten gewöhnen, die meisten Menschen werden den Verlauf der Handlung nicht überleben. Die Affen haben es da etwas besser. Neben Ceasar wird hier der halb blinde Schimpanse Koba als Protagonist eingeführt, der ebenfalls über eine gesteigerte Intelligenz verfügt und mittels Zeichensprache kommunizieren kann. Keyes bereichert die Handlung immer wieder durch sehr intensive Rückblicke in die Vergangenheit von Koba und Malakai. Beide Personen sind von ihrer Vergangenheit gezeichnet. In den jeweiligen Handlungssträngen nehmen sie jeweils die Rolle einer tragischen Figur ein.

Fazit: „Feuersturm“ ist ein sehr gut geschriebener, sehr intensiver Roman, dessen Lektüre nicht nur kurzweilig, sondern auch anspruchsvoll ist. Der Autor hat hier, soweit es mich betrifft, alles richtig gemacht. Das Buch ist ein Bindeglied zwischen den beiden Filmen und nicht nur für Fans geeignet. Besonders eindrücklich wird der Zerfall der menschlichen Zivilisation beschrieben.

Planet der Affen: Feuersturm - Die Vorgeschichte
Film/Serien-Roman
Greg Keyes
Cross Cult 2014
ISBN: 9783864254260
360 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Samstag, 9. Mai 2015

Grimm 01 – Der eisige Hauch

Die Fernsehserie „Grimm“ vermischt Märchen, Crime und Mystery zu einer eigentümlichen und sehr erfolgreichen Mischung. Nun bringt der Cross-Cult-Verlag einen neuen Fall in Romanform, mit dem sich der Grimm Nick Burkhardt befassen muss.

Fernsehserien, die Märchen als Hintergrundelemente verwenden, haben derzeit genauso Konjunktur wie Zombie- und Vampirfilme. Neben Serien wie „Once upon a time“ zählt auch die Fantasy/Mystery-Serie „Grimm“, die Versatzstücke aus Grimms Märchen und anderen Erzählungen als Inspirationsquelle verwendet, zu diesen populären Erscheinungen.

Die Inhaltsangabe gibt die Marschrichtung vor: Ein mysteriöser Todesfall erregt die Neugierde von Captain Renard, der den Fall den Detectives Nick Burkhardt und Hank Griffin zuweist. Nick Burkhardt ist ein Grimm, ein Jäger übernatürlicher Wesen. Schon bald mehren sich die Hinweise, dass hinter dem Mord eine kriminelle Organisation von Wesen, die sich „Eisiger Hauch“ nennt, steckt.

In den einzelnen Folgen bekam es Nick oft nur mit einem einzelnen Wesen oder einigen wenigen übernatürlichen Gegnern zu tun. Dieses Mal ist es eine ganze Organisation, die sich in der Unterwelt von Portland eingenistet hat und andere einheimische Wesen in ihren Dienst gepresst hat. Ziel dieser Organisation ist nicht weniger, als die kriminellen Geschäfte der Stadt im Allgemeinen und das Drogengeschäft im Besonderen an sich zu reißen. Dabei schreckt sie natürlich nicht vor Mord oder dem Einsatz von noch übleren Methoden, die das Gebaren menschlicher Krimineller wie einen Kindergeburtstag wirken lassen, zurück. Hier gibt es ein paar eindrucksvolle Szenen, mit denen das klargestellt wird.

Übernatürliche Wesen, die als organisierte Bande operieren – John Shirly verfolgt in „Der eisige Hauch“ einen sehr schönen Ansatz. Und so gibt es ein Wiedersehen mit verschiedenen Wesen, die man aus der Serie bereits kennt. Viele Wesen kommen gut und stimmig rüber, andere wiederum bleiben leider ein wenig blass und sind nicht mehr als Handlanger mit besonderen Fähigkeiten. Gegen Ende wird alles für meinen Geschmack ein wenig zu inflationär aufgestellt. Der Zauber geht vollends verloren, wenn einzigartige Wesen schlichtweg in der Masse untergehen, weil es zu viele unterschiedliche gibt.

Der Roman ist um Längen komplexer angelegt als die übliche Serienfolge. Bis zum Finale gibt es dann auch ein paar Wendungen, die auf eine Schnitzeljagd durch Portland führen. Nick wandert dabei auf einem schmalen Grat, der das Ende seiner Karriere als Polizist bedeuten könnte. Besonders, wenn er sich von seinen Instinkten als Grimm leiten lässt, und seine Ausbildung vergisst. Der in der Inhaltsangabe beschworene alte Konflikt, in den Nick zusehends verstrickt wird, ist für meinen Geschmack nicht so gut eingebaut worden. Man hätte diesen Aspekt meiner Meinung nach besser in die Geschichte einbinden können. So erfährt eigentlich nur der Leser über eingeschobene Geschichten von diesem Konflikt. Was mir dagegen gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie der Blutbader Monroe in die Handlung eingebaut wurde.

Fazit: Über die Romane zu Serien kann man in der Regel ja geteilter Meinung sein, oft genug leidet die Qualität. „Der eisige Hauch“ dagegen ist grundsolide geschrieben und macht alles richtig. Der Roman trifft die Eigenheiten der Serie gut und die Charaktere werden gut dargestellt. Einige Handlungsstränge hätten etwas eleganter eingebracht werden können, das tut dem Ganzen aber keinen Abbruch.

Grimm 01 – Der eisige Hauch
Film/Serien-Roman
John Shirly
Cross Cult 2013
ISBN: 978-3864253058
360 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Freitag, 8. Mai 2015

Geek Pray Love – Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest

Andrea Bottlinger und Christian Humberg laden in diesem Sachbuch auf einen Ausflug in die Geheimnisse der Subkulturen der Geeks ein. Mit einem Augenzwinkern werden hier interessante Informationen und typische Trivialitäten feilgeboten, die auch die Autoren als Geeks entlarven.

Den älteren Semestern dürfte Margarete Schreinemakers noch ein Begriff sein. Frau Schreinemakers moderierte in den Neunzigern eine sehr beliebte Talkshow auf SAT1. Damals spielte ich Rollenspiele. Was für mich ein Hobby war, mit dessen Hilfe ich nebenbei mein Englisch aufpolieren konnte, und was meine Mitschüler bis dahin mit Nichtbeachtung straften, bekam eine ganz andere Qualität, als sich die besagte Talk-Show dem Thema „Rollenspiel“ in seiner ureigenen Art und Weise annahm. Ein, zwei Jahre nach der Wende wurde ich von Klassenkameraden in der Oberstufe gefragt, ob ich mich auch schon mal als Ork verkleidet und dann im Spiel eine Elfe vergewaltigt hätte.

Das alles nur, weil ich mich bei meinen Klassenkameraden gegenüber als Rollenspieler „geoutet“ hatte. Dass ein Fernsehformat mit dem intellektuellen Tiefgang einer Wasserlache keinen Unterschied zwischen dem in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckenden LARP und den Pen-&-Paper-Rollenspielen machte – und von beidem übrigens wenig Ahnung hatte –, dürfte wohl klar sein. Außenstehenden sind die Unterschiede auch nicht so einfach verständlich zu machen. Unversehens fand ich mich in einer Ecke wieder, von der ich nie erwartet hätte, mehr oder minder öffentlich hineingestellt zu werden. Zu meiner noch größeren Überraschung hatte mein Englischlehrer das Format selbst gesehen und bat mich im Englischunterricht, eine kleine Demorunde zu spielen. Rollenspiel im Unterricht, das fand ich wiederum richtig gut und es kam bei den Mitschülern auch recht gut an. Jedenfalls waren danach alle Unklarheiten beseitigt.

Aber wozu nun dieser langatmige Schwank aus meiner Jugend?

Nun das alles ist eines von diesen symptomatischen Erlebnissen, die man Geek haben mag. Und während der Lektüre von „Geek Pray Love“ musste ich immer wieder an diese Zeit zurückdenken. Das neue Sachbuch von Andrea Bottlinger und Christian Humberg befasst sich mit den Geeks in allen möglichen Facetten. Ähnlich wie im Ratgeber „Sorge dich nicht, Beame!“ werden die Informationen auf unterhaltsame Weise aufbereitet. An keiner Stelle ist das Buch trocken, was auch der Tatsache geschuldet ist, dass die Autoren die Sachtexte mit einer unterhaltsamen Geschichte untermalt haben. Ähnlich wie bei „Harry Potter“ führen die Autoren in der Handlung einen Charakter ein, der Stück für Stück die einzelnen Aspekte des Fandoms erforscht. Der Grundton ist dabei überdeutlich: Geeks sind Leute, die mit Leidenschaft einem phantastischen Hobby wie zum Beispiel Cosplay, LARP oder Rollenspiel nachgehen. Dabei wird vor allem der persönliche Einsatz gewürdigt, egal wie groß oder klein dieser jeweils ausfallen sollte. Geek ist, wer die Leidenschaft für das jeweilige Hobby teilt. Wer als Fan von „Star Wars“ einzelne Passagen der Filme auswendig kann, zählt genauso dazu, wie jemand, der sich als Klingone kostümiert auf einer Convention präsentiert.

Beleuchtet werden alle möglichen Themen, die der Protagonist Lukas Lang nach und nach kennen lernt. Das Fandom im Allgemeinen, phantastische Stammtische, Fanzines, Fanfiction, Cons, Cosplay, LARP, Pen-&-Paper-ollenspiel und noch viele andere Aspekte dieser Hobbys werden hier beleuchtet. Daneben gibt es „praktische“, mit einem Augenzwinkern präsentierte Tipps, wie man sein Leben erfolgreich mit einem Geek teilt, die passenden Geschenke für Geeks sucht und findet oder wie man einen Geek zur Weißglut treibt. Man kann auch einen Test durchführen, mit dem man herausfinden kann, zu welcher Art Geek man zählt.

Die Geschichte um Lukas Lang ist sehr unterhaltsam, wenn auch im Großen und Ganzen vorhersehbar. Der sympathische Protagonist ist ein typischer Teenager, der alle Kriterien eines Geeks erfüllt. Daneben wird er von seinen Mitschülern auch noch massiv gemoppt. Neben den Schulhofschlägern gibt es aber keine weiteren „normalen“ Personen in seiner Klasse. Die Handlung beschränkt sich größtenteils auf die Extreme „Geek“ und unsympathischer Schläger. Der Rest „Normalos“ sind gesichtslose Masse. Ich hätte mir da noch ein paar andere Charaktere gewünscht, die ein differenzierteres Bild ergeben hätten. Für eine reine Rahmenhandlung, an denen sich die Sachtexte aufreihen wi
e die Perlen an einer Schnur, ist die Schwarz-Weiß-Zeichnung die wohl einfachste Herangehensweise. Das Buch wurde von Martin Frey mit liebevollen Illustrationen versehen, die im gleichen Stil auch „Sorge dich nicht, Beame!“ geschmückt haben.

Fazit: „Geek Pray Love“ ist ein Sachbuch über die Subkultur „Geek“, welches sich selbst nicht ganz ernst nimmt. Schließlich geht es hier um einen Zeitvertreib. Das Buch richtet sich vor allem an Geeks, die sich im Inhalt auch immer wieder selbst erkennen können. Aber auch Außenstehende, die sich etwas kundig machen wollen oder auch andere Aspekte kennen lernen wollen, werden hier fündig. Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen und musste fast an jeder Stelle ein wenig schmunzeln. Meine zehnjährige Tochter hat das Buch seit Tagen immer wieder in Beschlag genommen und war ebenfalls sehr begeistert.

Geek Pray Love – Ein praktischer Leitfaden für das Leben, das Fandom und den ganzen Rest
Sachbuch
Andrea Bottlinger Christian Humberg
Cross Cult 2014
ISBN: 978-3864254284
320 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 14,80


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Donnerstag, 7. Mai 2015

Star Trek – After Darkness

Der von J. J. Abrams durch zwei Kinofilme neu definierte „Star Trek“-Kosmos wird derzeit vor allem durch Comics jenseits der großen Leinwand weitergesponnen. Der vorliegende Band widmet sich nun den Ereignissen, die sich nach dem zweiten Kinoabenteuer abspielen.

„After Darkness“ ist als Sequel zum Kinofilm „Star Trek – Into Darkness“ angelegt. Auch diese Geschichte stammt vom Autor Mike Johnson, der auch den Vorgängerband „Before Darkness“ geschrieben hat. Die eigentliche Handlung des Comics ist in zwei inhaltlich voneinander unabhängigen Geschichten unterteilt.

Nur kurz wird auf die Handlung des Vorgängerbandes eingegangen, wenn Robert April einen kurzen Gastauftritt bekommt. Danach bricht die Enterprise zu ihrer Fünfjahresmission auf. Die erste Geschichte ist eine Neuinterpretation der TOS-Folge „Weltraumfieber“. Spock ist vom Vulkanischen Pon Farr betroffen und verfällt zusehends dem Wahnsinn. Also bricht die U.S.S. Enterprise nach Neu-Vulkan auf, um Spock zu retten. Die Lösung des Dilemmas divergiert stark von der Originalfolge. Besonders die in der neuen Zeitlinie bestehende Beziehung zwischen Spock und Uhura gibt der Geschichte eine andere Wendung. Die Auflösung der Handlung war für meinen Geschmack leider ziemlich unspektakulär, wenn auch für „Star Trek“ durchaus passend gewählt.

In der zweiten Geschichte wird die U.S.S. Enterprise zu einer neu eingerichteten Bergbausiedlung entsandt, die von unbekannten Aliens angegriffen wurde. Man findet nur einen Überlebenden und Kirk ist entschlossen, die Aliens für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen. Das sich entspinnende moralische Dilemma ist aber auch schon recht vorhersehbar, denn schon bald stellt sich – natürlich – heraus, dass die Dinge nicht so liegen, wie es zunächst den Anschein hat.

Es sind also alles in allem zwei durchschnittliche Geschichten, die jede für sich ihren Charme hat, aber nun nicht unbedingt der Knaller sind. Offstage zu den Ereignissen auf der Enterprise wird eine Handlung eingeführt, die einen Konflikt zwischen drei Großmächten vorbereitet. Das ist – indirekt – der einzige Bezug zu den Ereignissen zu den Kinofilmen. Da das der Aufmacher in der Inhaltsangabe war, hatte ich erwartet, dass sich im Verlauf der Handlung etwas Konkretes ergeben würde, was womöglich auch noch einmal Khan und seine Leute betreffen würde. Lediglich auf die etwas brachial geratene Stippvisite von Kirk auf den Heimatplaneten der Klingonen aus „Into Darkness“ wird Bezug genommen. Das war nach meinem Geschmack ein wenig dünn. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Handlungsstrang in Zukunft stärker in den Fokus rückt, denn hier deutet sich mitunter eine Menge Action an.

Über den Zeichenstil der Figuren kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Mir haben die Zeichnungen gut gefallen, zumal das Niveau der Vorgänger hier gehalten werden konnte.

Als zusätzliches Bonbon wird am Ende des Bandes ein kleines Essay über das Volk der Gorn angeboten. Der Aufsatz ist passend bebildert. Leider betreibt der Verlag hier Recycling, denn derselbe Text erschien bereits in dem zweiten Band der „Typhon Pack“-Reihe „Feuer“. So wird aus einem Bonbon leider eine mehr oder weniger olle Kamelle.

Fazit: „After Darkness" ist nicht die direkte Fortführung der Handlungsstränge, die der Titel suggeriert. Stattdessen werden zwei Episoden von durchschnittlicher Qualität geboten, die zwar passend in Szene gesetzt sind, mich aber nicht wirklich
begeistern konnten. Auch die irreführende Inhaltsangabe, die sich mehr oder minder auf eine Hintergrundhandlung bezieht, die nichts mit den Ereignissen der beiden Geschichten zu tun hat, hat mich etwas irritiert. Da wurden falsche Erwartungen geweckt.

Star Trek – After Darkness
Comic
Mike Johnson u.a.
Cross Cult 2013
ISBN: 9783864252082
104 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,80

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Mittwoch, 6. Mai 2015

Star Trek: Khan

Der zweite Kinofilm der neuen Zeitlinie von J. J. Abrams brachte einen neuen Kahn Noonien Singh, der nur wenig mit dem Schurken der ursprünglichen Zeitlinie zu tun hat. Grund genug seine Geschichte ein wenig aufzubereiten …

Die Handlung des Comics versammelt fünf  US-Comics in einem Band. Zu Beginn wird Khan Noonien Singh nach den Ereignissen von „Star Trek – Into Darkness“ der Prozess gemacht. Unter der Anwesenheit von Kirk und Spock äußert sich Khan zu seinen Motiven und seiner Vergangenheit. Er nutzt dies vor allem als Bühne zur Selbstdarstellung. Und selbst die größten Gräueltaten, an denen er im Laufe seines Lebens beteiligt war, erscheinen in seiner Sicht der Dinge als weniger verwerflich.

Jeder Aspekt von Khans Lebensgeschichte wird mehr oder minder detailliert beleuchtet. Von seinem Leben vor den Genetischen Veränderungen bis hin zu seiner Rolle in den Eugenischen Kriegen. Alles ist gut durchdacht und plausibel aufbereitet. Singhs Beschönigungen lassen sich für den Leser leicht entlarven, wenn er dessen Worte einfach auf die Goldwaage legt, denn oft sprechen die Bilder in den Panels eine andere Sprache, als Khans darüber gelegte Kommentare.

Damit Khan auch in die neue Zeitlinie passt, wird seine Vorgeschichte ausgiebig modifiziert. So erfährt der Leser auch, weshalb Khan nicht so aussieht, wie Ricardo Montalban, der sowohl in der Originalserie als auch dem Kinofilm „Der Zorn des Khan“ den Bösewicht darstellte, sondern wie Benedict Cumberbatch. Die zweifelhaften Methoden, mit denen einige Mitglieder der Sternenflotte den aufgewerteten Noonien Singh sich zu Nutze machen, sind für mich nicht immer vollständig plausibel. Es passen die dargestellte Kräfte Khans mit den an ihm vorgenommenen Änderungen nicht zusammen.

Der Zeichenstil ist vergleichbar mit dem, was man auch schon von den anderen Bänden kennt. Die Zeichnungen haben mir gut gefallen, auch wenn die Figuren für meinen Geschmack ein wenig „steif“ wirkten. Kirk und Spock sind hier nur Zaungäste, die über Khan und dessen Motive sinnieren dürfen. Das Rampenlicht ist fast die gesamte Zeit auf den Schurken gerichtet, der sich hier in Szene setzt.

Zum Abschluss gewährt uns ein Essay von Christian Humberg einen Einblick in die Entwicklungen der Figur des Khan Noonien Singh von den Anfängen bis heute.

Fazit: Der Comic erzählt die für die Zeitline der neuen „Star Trek“-Filme stark modifizierte Geschichte von Khan Noonien Singh. Der ehemalige Warlord aus den Eugenischen Kriegen erhält die Gelegenheit, eine beschönigte Version seiner Vita zum Besten zu geben. An Action wird nicht gespart, auch wenn die Geschichte lückenhaft bleibt und Manches nur angedeutet wird. Die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh und seiner unerwarteten Widerauferstehung setz
t ein schönes Schlaglicht auf einen der beliebtesten Antagonisten des „Star Trek“-Kosmos. Man kann über den Reboot von Abrams geteilter Meinung sei. Khans Geschichte hat mir aber recht gut gefallen. Der Verlag veröffentlichte das Buch sowohl als Softcover, als auch als gebundene Ausgabe. Beide Ausgaben sind leider Verlagsseitig vergriffen. Wer kein Problem mit Comics als E-Book hat kann alternativ diesen Weg gehen.


Star Trek: Khan
Film/Serien-Comic
Mike Johnson
Cross Cult 2014
ISBN: 978-3864253805
128 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 16,80

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Dienstag, 5. Mai 2015

Sturm auf den Himmel (Star Trek TNG-Roman Nr. 61)


Nachdem ich gestern die gesammelten Rezensionen zu Star Trek: Vanguard abgeschlossen habe, dachte ich mir, das es ein passender Augenblick wäre, meine erste Rezension für den Ringboten-online.de hier zu veröffentlichen. Passen deshalb, weil der letzte Band der Vanguard Reihe und dieser Band einiges gemeinsam haben: Beide Bücher teilen sich den Titel und beide Bücher gehören zum Star Trek Universum.  Behandelt aber werden Geschichten, welche nicht unterschiedlicher sein könnten.


Sturm auf den Himmel (Star Trek TNG-Roman Nr. 61)

Eine kleine Zeitreise gefällig, zum Beispiel in die gute alte Zeit, als die U.S.S. Enterprise-D über den Bildschirm flog? Wer den ständigen Wiederholungen der Fernsehepisoden der Next Generation überdrüssig ist, bekommt mit diesem Roman neue Inhalte mit bewährten Mustern geboten. Picard und Co. suchen auf einem fremden Planeten eine Heilpflanze und stoßen dabei auf ein düsteres Geheimnis.

Eine Art Rettungsmission

Die Crew der U.S.S. Enterprise-D begleitet im 61. Roman dieser Reihe ein Team von Botschaftern der Föderationswelt Orakisa auf einer dringenden diplomatischen Mission. Die Welt Orakisa war ursprünglich eine Kolonie der Welt Skerris IV, welche sich aber bereits vor sehr langer Zeit selbst vernichtet hat. Nachdem die Orakisaner entdeckt haben, dass sie die Abkömmlinge der Skerrianer sind, haben sie sich entschieden, die verwüstete Welt ihrer Vorfahren wieder zu besiedeln. Um auf der mittlerweile unwirtlichen Welt ihrer Vorfahren zu überleben, haben sich die Kolonisten umfassenden genetischen Veränderungen unterzogen. Leider sind die Kolonisten dennoch vom Tod bedroht, denn sie benötigen für Ihren Stoffwechsel ein Enzym, das nicht synthetisch hergestellt werden kann, und ihre einzige Hoffnung auf Heilung liegt in einer kleinen Pflanze, die auf der Heimatwelt ausgestorben ist. Jedoch wurde das unscheinbare Kraut von einigen Kolonisten auf verschiedene Welten mitgenommen. Alle bisherigen ehemaligen Kolonien hatten diese Pflanze nicht, deshalb ruhen alle Hoffnungen auf der letzten Kolonie. Die Enterprise-Crew um Captain Picard wird, dort angekommen, zwar freundlich aufgenommen, aber schon bald stellt sich heraus, dass die Einheimischen nicht ganz ehrlich zu ihren Besuchern sind.

Fido, die Liebe und andere Dinge

Die Geschichte, die ungefähr im Zeitraum der 5. und 6. Staffel der Next Generation angesiedelt  (also noch auf U.S.S. Enterprise-D), ist an und für sich stimmig geschrieben, wenn ich mir auch bei den Charakteren mehr Tiefgang gewünscht hätte. Geordi LaForge, der auf dem Einband vor der exotischen Kulisse eines Palastes zu sehen ist, bekommt eine halbherzige Liebesgeschichte angedichtet, die ihn am Ende mit leeren Händen dastehen lässt, was nur natürlich ist, da ansonsten die Geschichte nicht in den offiziellen Kanon passen würde. Leider fällt diese Nebenhandlung nur skizzenhaft aus, ich hätte mir mehr Gefühl und auch vertraute Gespräche zwischen LaForge und seiner Geliebten gewünscht, als nur die meisten Begebenheiten in Retrospektive serviert zu bekommen. Die Nebenhandlung um Worf und seinen Sohn Alexander kommt dafür etwas besser weg: Worf muss sich mit dem neuen Haustier seines Sohnes Alexander, einem Hamster namens Fido, auseinandersetzen. Da er das Tier für eines Klingonen unwürdig erachtet, versucht er, den Hamster loszuwerden, scheut aber die direkte Konfrontation mit seinem Sohn. Lediglich die Personen, die nicht zur Besatzung der U.S.S. Enterprise gehören, bekommen die Gelegenheit zu wirklicher Entwicklung. Grundlegende Veränderungen oder gar der Tod eines wichtigen Crewmitglieds, etwa Commander Riker, kann man im Hinblick auf den Zeitrahmen sowieso nicht erwarten.

Familiäre und kulturelle Auseinandersetzungen

Der ganze Roman thematisiert zum einen – mal wieder – die Oberste Direktive, welche die Crew um Captain Picard – zu unser aller Überraschung – geschickt umgehen muss, um sie nicht zu brechen. Der zweite Zentrale Punkt sind die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, sei es auf der familiären Ebene zwischen Worf und seinem Sohn oder parallel dazu zwischen dem orakisanischen Diplomaten und dessen Sohn, der ebenfalls als Diplomat tätig ist und sich den Anfeindungen und der Kritik seines Vaters ausgesetzt sieht. Zum anderen werden die Unterschiede von der alten Mutterwelt der Skerrianer und deren ehemaligen Kolonien näher beleuchtet. An drei Ablegern der skerrianischen Zivilisation werden die kulturellen Unterschiede, die sich gebildet haben, aufgezeigt. Jede der Kulturen wird dabei über das politische System, aber vor allem über die Mythen und die Religion der Völker identifiziert. Der persönliche Glaube einzelner Akteure, Religion und Mystizismus werden in diesem Zusammenhang ebenfalls eingestreut, es wird jedoch alles nur angerissen und nicht wirklich grundlegend und explizit erklärt und die Religionen der Nachkommen der Skerrianer und deren Unterschiede erschließen sich daher nur bei aufmerksamen und genauem Lesen.

Des „Star Trek“-Fans Freud‘ und Leid

Im Allgemeinen freue ich mich über (fast) jede „Star Trek“-Episode, die als Übersetzung ihren Weg in deutsche Buchhandlungen findet, auch wenn das amerikanische Original bereits 1997 veröffentlicht wurde. Die Handlung ist leider ziemlich gradlinig und wartet nur mit wenigen wirklichen Überraschungen auf, hält sich aber an die Stimmung der Serie. Wirkliche Nerven zerreißende Spannung kommt leider nicht auf, zu vorhersehbar sind die Handlungsstränge und die wenige richtige Spannung, die sich gegen Ende des Romans aufbaut, löst sich ganz schnell auf. Am Ende werden die Konflikte fast zu elegant gelöst und alle sind glücklich – außer Geordi LaForge natürlich.

Wenn man den Roman als Grundlage für eine Episode genommen hätte, wäre bestimmt ein guter Zweiteiler daraus geworden, mir ist es jedenfalls nicht schwer gefallen, die Personen vor meinem geistigen Auge erstehen zu lassen.
Die religiösen Themen, die eingestreut werden, sind für den atheistisch angehauchten Hintergrund von „Star Trek“ etwas ungewöhnlich. Picard und Konsorten gehen hier vorsichtiger und diplomatischer vor, als zum Beispiel beim Erstkontakt in der Episode „Who watches the Watchers“ mit den Mintakanern, zumindest zeigen sie hier Verständnis für die religiösen Ansichten der Einheimischen.

Fazit: Das TNG-Abenteuer „Sturm auf den Himmel“ ist solide gemacht und unterhaltsam geschrieben. Der Roman hält sich an das bewährte Schema der Ursprungsserie und bietet einen hohen Wiedererkennungswert. Wer allerdings nach Action dürstet, wird hier enttäuscht werden. Getreu dem Hintergrund der Vorbildserie wird mehr diskutiert und weniger gekämpft. Der Hintergrund ist recht gut, die Handlung interessant, wenn sie auch teilweise so gut wie gar keine Spannung enthält, am Ende bekommt man leider keine wirklichen Überraschungen präsentiert. Insgesamt handelt es sich eher um literarische Schonkost, aber für ein paar kurzweilige Stunden ist der Roman allemal gut.

Sturm auf den Himmel (Star Trek TNG-Roman Nr. 61)
Film/Serien-Roman
Esther Friesner
Heyne 2006
ISBN: 3-453-52149-8
298 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 7,95


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Montag, 4. Mai 2015

Star Trek – Vanguard 8: Sturm auf den Himmel

Am Ende, da kommt der große Knall. Über acht Bände hat sich die „Vanguard“-Saga erstreck. Nun kommt die Reihe um die umkämpfte Raumstation zu einem furiosen Finale.

Der Band beginnt mit den Worten, mit denen der Vorgängerband geendet hat: „Ich war bis zum Ende da, Kumpel. Bis zum bitteren, blutigen Ende.“ Wenn der Reporter Tim Pennington dies zum ehemaligen Kommandanten der Station Diego Reyes sagt, dann ahnt der Leser schon, dass die Operation der Sternenflotte in der Taurus-Region, die der Entschlüsselung der uralten Shedai-Technologie dienen sollte, zu keinem guten Ende gekommen ist. Die beiden Veteranen der Serie unterhalten sich am Kaminfeuer und rahmen wie schon im Vorgängerband die Handlung ein.

Seit dem siebten Band „Das jüngste Gericht“ hat sich die Lage in der umkämpften Raumregion weiter zugespitzt. Die Shedai, die hier vor Urzeiten den Raum beherrschten, sind zurückgekehrt, um Rache zu fordern und wieder ihren rechtmäßigen Platz einzunehmen. Die ganze Hoffnung der Föderation liegt auf einer Waffentechnik des untergegangenen T’Kon-Imperiums, welche durch das kleine Spähschiff Sagittarius ausfindig gemacht wird. Mit dieser Technik ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, nicht nur in Bezug auf den Krieg gegen die Shedai, sondern auch auf anderen Gebieten. Das Sternenflottenkommando sieht Einsatzarten, die so gar nichts mit der friedlichen Erforschung des Weltraums zu tun haben. Die Falken bei der Admiralität, die auf eine Wunderwaffe im Kampf gegen Romulaner, Klingonen und Tholianer hoffen, richten ihre Aufmerksamkeit auf die Raumstation. Dabei setzen sich die hohen Herren auch rücksichtslos über die Bedenken und Proteste der Vanguard-Besatzung hinweg. Dass eine solche Hybris nicht ungesühnt bleiben kann, versteht sich von selbst.

Die Tholianer, deren Schicksal schon immer auf unheimliche Weise mit den Shedai verknüpft war, bewegen sich am Rande des Wahnsinns. Sie bereiten einen vernichtenden Schlag gegen die Raumstation vor, um die Sternenflotte zu stoppen, falls diese nicht von ihren unseligen Experimenten ablässt. Diese Drohung schwebt wie ein Damoklesschwert über der Raumstation. Aber auch die Klingonen und die Romulaner haben nach wie vor ein reges Interesse an der Taurus-Region. Ein klingonischer Verräter nutzt erfolgreich das Wissen der Klingonen über die Shedai als Einsatz für ein verhängnisvolles Geschäft mit den Romulanern.

Währenddessen kehrt die U.S.S. Enterprise zur Raumstation Vanguard zurück. Kirk und Co. haben gerade das Rätsel um die im Vorgängerband verschollene U.S.S. Defiant gelöst und kommen gerade recht, um in die Geschehnisse einzugreifen. Aber auch Captain Kirk und Spock vermögen den gordischen Knoten nicht zu entwirren,  zu dem sich die Handlung verwoben hat. Es wird also Zeit für einen sauberen Schnitt. Der Autor löst umsichtig alle verbliebenen Handlungsstränge auf. So bleiben nur wenige offene Fragen bestehen. Die Geschichte selbst ist wieder einmal sehr gut in den Kanon eingepasst. Viele etablierte Fakten sind hier plausibel eingebaut und verleihen der gesamten Handlung Tiefe.

Der Titel des Bandes ließ mich schmunzeln, denn er kam mir seltsam bekannt vor. Als ich 2006 anfing, für den Ringboten Rezensionen zu verfassen, war ein „Star Trek: The Next Generation“-Roman von Heyne eines meiner ersten Besprechungsobjekte. Der Roman trug ebenfalls den Titel „Sturm auf den Himmel“. Der Titel und der generelle gemeinsame Hintergrund sind allerdings die einzigen Gemeinsamkeiten.

Fazit: Die Serie um die Raumstation Vanguard findet hier ein passendes und sehr spannendes Finale. Das teilweise brutale Aussortieren der Protagonisten markiert das radikale Ende der Saga und hinterlässt schmerzliche Lücken. Am Ende bleibt der Status Quo erhalten und die Welt des Kanons kann sich weiter drehen, als ob nie etwas geschehen wäre. Der Leser wird jedoch viele offizielle Ereignisse mit etwas anderen Augen sehen. Das hat mit sehr gefallen. Das Buch ist als letzter Band natürlich nicht dazu geeignet, um einzusteigen. Es ist aber ein guter Zeitpunkt, um noch einmal die gesamte Serie in einem Rutsch durchzulesen.

Star Trek – Vanguard 8: Sturm auf den Himmel
Film/Serien-Roman
David Mack
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250347
409 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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