Donnerstag, 7. Mai 2015

Star Trek – After Darkness

Der von J. J. Abrams durch zwei Kinofilme neu definierte „Star Trek“-Kosmos wird derzeit vor allem durch Comics jenseits der großen Leinwand weitergesponnen. Der vorliegende Band widmet sich nun den Ereignissen, die sich nach dem zweiten Kinoabenteuer abspielen.

„After Darkness“ ist als Sequel zum Kinofilm „Star Trek – Into Darkness“ angelegt. Auch diese Geschichte stammt vom Autor Mike Johnson, der auch den Vorgängerband „Before Darkness“ geschrieben hat. Die eigentliche Handlung des Comics ist in zwei inhaltlich voneinander unabhängigen Geschichten unterteilt.

Nur kurz wird auf die Handlung des Vorgängerbandes eingegangen, wenn Robert April einen kurzen Gastauftritt bekommt. Danach bricht die Enterprise zu ihrer Fünfjahresmission auf. Die erste Geschichte ist eine Neuinterpretation der TOS-Folge „Weltraumfieber“. Spock ist vom Vulkanischen Pon Farr betroffen und verfällt zusehends dem Wahnsinn. Also bricht die U.S.S. Enterprise nach Neu-Vulkan auf, um Spock zu retten. Die Lösung des Dilemmas divergiert stark von der Originalfolge. Besonders die in der neuen Zeitlinie bestehende Beziehung zwischen Spock und Uhura gibt der Geschichte eine andere Wendung. Die Auflösung der Handlung war für meinen Geschmack leider ziemlich unspektakulär, wenn auch für „Star Trek“ durchaus passend gewählt.

In der zweiten Geschichte wird die U.S.S. Enterprise zu einer neu eingerichteten Bergbausiedlung entsandt, die von unbekannten Aliens angegriffen wurde. Man findet nur einen Überlebenden und Kirk ist entschlossen, die Aliens für ihre Taten zur Verantwortung zu ziehen. Das sich entspinnende moralische Dilemma ist aber auch schon recht vorhersehbar, denn schon bald stellt sich – natürlich – heraus, dass die Dinge nicht so liegen, wie es zunächst den Anschein hat.

Es sind also alles in allem zwei durchschnittliche Geschichten, die jede für sich ihren Charme hat, aber nun nicht unbedingt der Knaller sind. Offstage zu den Ereignissen auf der Enterprise wird eine Handlung eingeführt, die einen Konflikt zwischen drei Großmächten vorbereitet. Das ist – indirekt – der einzige Bezug zu den Ereignissen zu den Kinofilmen. Da das der Aufmacher in der Inhaltsangabe war, hatte ich erwartet, dass sich im Verlauf der Handlung etwas Konkretes ergeben würde, was womöglich auch noch einmal Khan und seine Leute betreffen würde. Lediglich auf die etwas brachial geratene Stippvisite von Kirk auf den Heimatplaneten der Klingonen aus „Into Darkness“ wird Bezug genommen. Das war nach meinem Geschmack ein wenig dünn. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Handlungsstrang in Zukunft stärker in den Fokus rückt, denn hier deutet sich mitunter eine Menge Action an.

Über den Zeichenstil der Figuren kann man sicherlich geteilter Meinung sein. Mir haben die Zeichnungen gut gefallen, zumal das Niveau der Vorgänger hier gehalten werden konnte.

Als zusätzliches Bonbon wird am Ende des Bandes ein kleines Essay über das Volk der Gorn angeboten. Der Aufsatz ist passend bebildert. Leider betreibt der Verlag hier Recycling, denn derselbe Text erschien bereits in dem zweiten Band der „Typhon Pack“-Reihe „Feuer“. So wird aus einem Bonbon leider eine mehr oder weniger olle Kamelle.

Fazit: „After Darkness" ist nicht die direkte Fortführung der Handlungsstränge, die der Titel suggeriert. Stattdessen werden zwei Episoden von durchschnittlicher Qualität geboten, die zwar passend in Szene gesetzt sind, mich aber nicht wirklich
begeistern konnten. Auch die irreführende Inhaltsangabe, die sich mehr oder minder auf eine Hintergrundhandlung bezieht, die nichts mit den Ereignissen der beiden Geschichten zu tun hat, hat mich etwas irritiert. Da wurden falsche Erwartungen geweckt.

Star Trek – After Darkness
Comic
Mike Johnson u.a.
Cross Cult 2013
ISBN: 9783864252082
104 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,80

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Mittwoch, 6. Mai 2015

Star Trek: Khan

Der zweite Kinofilm der neuen Zeitlinie von J. J. Abrams brachte einen neuen Kahn Noonien Singh, der nur wenig mit dem Schurken der ursprünglichen Zeitlinie zu tun hat. Grund genug seine Geschichte ein wenig aufzubereiten …

Die Handlung des Comics versammelt fünf  US-Comics in einem Band. Zu Beginn wird Khan Noonien Singh nach den Ereignissen von „Star Trek – Into Darkness“ der Prozess gemacht. Unter der Anwesenheit von Kirk und Spock äußert sich Khan zu seinen Motiven und seiner Vergangenheit. Er nutzt dies vor allem als Bühne zur Selbstdarstellung. Und selbst die größten Gräueltaten, an denen er im Laufe seines Lebens beteiligt war, erscheinen in seiner Sicht der Dinge als weniger verwerflich.

Jeder Aspekt von Khans Lebensgeschichte wird mehr oder minder detailliert beleuchtet. Von seinem Leben vor den Genetischen Veränderungen bis hin zu seiner Rolle in den Eugenischen Kriegen. Alles ist gut durchdacht und plausibel aufbereitet. Singhs Beschönigungen lassen sich für den Leser leicht entlarven, wenn er dessen Worte einfach auf die Goldwaage legt, denn oft sprechen die Bilder in den Panels eine andere Sprache, als Khans darüber gelegte Kommentare.

Damit Khan auch in die neue Zeitlinie passt, wird seine Vorgeschichte ausgiebig modifiziert. So erfährt der Leser auch, weshalb Khan nicht so aussieht, wie Ricardo Montalban, der sowohl in der Originalserie als auch dem Kinofilm „Der Zorn des Khan“ den Bösewicht darstellte, sondern wie Benedict Cumberbatch. Die zweifelhaften Methoden, mit denen einige Mitglieder der Sternenflotte den aufgewerteten Noonien Singh sich zu Nutze machen, sind für mich nicht immer vollständig plausibel. Es passen die dargestellte Kräfte Khans mit den an ihm vorgenommenen Änderungen nicht zusammen.

Der Zeichenstil ist vergleichbar mit dem, was man auch schon von den anderen Bänden kennt. Die Zeichnungen haben mir gut gefallen, auch wenn die Figuren für meinen Geschmack ein wenig „steif“ wirkten. Kirk und Spock sind hier nur Zaungäste, die über Khan und dessen Motive sinnieren dürfen. Das Rampenlicht ist fast die gesamte Zeit auf den Schurken gerichtet, der sich hier in Szene setzt.

Zum Abschluss gewährt uns ein Essay von Christian Humberg einen Einblick in die Entwicklungen der Figur des Khan Noonien Singh von den Anfängen bis heute.

Fazit: Der Comic erzählt die für die Zeitline der neuen „Star Trek“-Filme stark modifizierte Geschichte von Khan Noonien Singh. Der ehemalige Warlord aus den Eugenischen Kriegen erhält die Gelegenheit, eine beschönigte Version seiner Vita zum Besten zu geben. An Action wird nicht gespart, auch wenn die Geschichte lückenhaft bleibt und Manches nur angedeutet wird. Die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Khan Noonien Singh und seiner unerwarteten Widerauferstehung setz
t ein schönes Schlaglicht auf einen der beliebtesten Antagonisten des „Star Trek“-Kosmos. Man kann über den Reboot von Abrams geteilter Meinung sei. Khans Geschichte hat mir aber recht gut gefallen. Der Verlag veröffentlichte das Buch sowohl als Softcover, als auch als gebundene Ausgabe. Beide Ausgaben sind leider Verlagsseitig vergriffen. Wer kein Problem mit Comics als E-Book hat kann alternativ diesen Weg gehen.


Star Trek: Khan
Film/Serien-Comic
Mike Johnson
Cross Cult 2014
ISBN: 978-3864253805
128 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 16,80

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Dienstag, 5. Mai 2015

Sturm auf den Himmel (Star Trek TNG-Roman Nr. 61)


Nachdem ich gestern die gesammelten Rezensionen zu Star Trek: Vanguard abgeschlossen habe, dachte ich mir, das es ein passender Augenblick wäre, meine erste Rezension für den Ringboten-online.de hier zu veröffentlichen. Passen deshalb, weil der letzte Band der Vanguard Reihe und dieser Band einiges gemeinsam haben: Beide Bücher teilen sich den Titel und beide Bücher gehören zum Star Trek Universum.  Behandelt aber werden Geschichten, welche nicht unterschiedlicher sein könnten.


Sturm auf den Himmel (Star Trek TNG-Roman Nr. 61)

Eine kleine Zeitreise gefällig, zum Beispiel in die gute alte Zeit, als die U.S.S. Enterprise-D über den Bildschirm flog? Wer den ständigen Wiederholungen der Fernsehepisoden der Next Generation überdrüssig ist, bekommt mit diesem Roman neue Inhalte mit bewährten Mustern geboten. Picard und Co. suchen auf einem fremden Planeten eine Heilpflanze und stoßen dabei auf ein düsteres Geheimnis.

Eine Art Rettungsmission

Die Crew der U.S.S. Enterprise-D begleitet im 61. Roman dieser Reihe ein Team von Botschaftern der Föderationswelt Orakisa auf einer dringenden diplomatischen Mission. Die Welt Orakisa war ursprünglich eine Kolonie der Welt Skerris IV, welche sich aber bereits vor sehr langer Zeit selbst vernichtet hat. Nachdem die Orakisaner entdeckt haben, dass sie die Abkömmlinge der Skerrianer sind, haben sie sich entschieden, die verwüstete Welt ihrer Vorfahren wieder zu besiedeln. Um auf der mittlerweile unwirtlichen Welt ihrer Vorfahren zu überleben, haben sich die Kolonisten umfassenden genetischen Veränderungen unterzogen. Leider sind die Kolonisten dennoch vom Tod bedroht, denn sie benötigen für Ihren Stoffwechsel ein Enzym, das nicht synthetisch hergestellt werden kann, und ihre einzige Hoffnung auf Heilung liegt in einer kleinen Pflanze, die auf der Heimatwelt ausgestorben ist. Jedoch wurde das unscheinbare Kraut von einigen Kolonisten auf verschiedene Welten mitgenommen. Alle bisherigen ehemaligen Kolonien hatten diese Pflanze nicht, deshalb ruhen alle Hoffnungen auf der letzten Kolonie. Die Enterprise-Crew um Captain Picard wird, dort angekommen, zwar freundlich aufgenommen, aber schon bald stellt sich heraus, dass die Einheimischen nicht ganz ehrlich zu ihren Besuchern sind.

Fido, die Liebe und andere Dinge

Die Geschichte, die ungefähr im Zeitraum der 5. und 6. Staffel der Next Generation angesiedelt  (also noch auf U.S.S. Enterprise-D), ist an und für sich stimmig geschrieben, wenn ich mir auch bei den Charakteren mehr Tiefgang gewünscht hätte. Geordi LaForge, der auf dem Einband vor der exotischen Kulisse eines Palastes zu sehen ist, bekommt eine halbherzige Liebesgeschichte angedichtet, die ihn am Ende mit leeren Händen dastehen lässt, was nur natürlich ist, da ansonsten die Geschichte nicht in den offiziellen Kanon passen würde. Leider fällt diese Nebenhandlung nur skizzenhaft aus, ich hätte mir mehr Gefühl und auch vertraute Gespräche zwischen LaForge und seiner Geliebten gewünscht, als nur die meisten Begebenheiten in Retrospektive serviert zu bekommen. Die Nebenhandlung um Worf und seinen Sohn Alexander kommt dafür etwas besser weg: Worf muss sich mit dem neuen Haustier seines Sohnes Alexander, einem Hamster namens Fido, auseinandersetzen. Da er das Tier für eines Klingonen unwürdig erachtet, versucht er, den Hamster loszuwerden, scheut aber die direkte Konfrontation mit seinem Sohn. Lediglich die Personen, die nicht zur Besatzung der U.S.S. Enterprise gehören, bekommen die Gelegenheit zu wirklicher Entwicklung. Grundlegende Veränderungen oder gar der Tod eines wichtigen Crewmitglieds, etwa Commander Riker, kann man im Hinblick auf den Zeitrahmen sowieso nicht erwarten.

Familiäre und kulturelle Auseinandersetzungen

Der ganze Roman thematisiert zum einen – mal wieder – die Oberste Direktive, welche die Crew um Captain Picard – zu unser aller Überraschung – geschickt umgehen muss, um sie nicht zu brechen. Der zweite Zentrale Punkt sind die Beziehungen zwischen Eltern und Kindern, sei es auf der familiären Ebene zwischen Worf und seinem Sohn oder parallel dazu zwischen dem orakisanischen Diplomaten und dessen Sohn, der ebenfalls als Diplomat tätig ist und sich den Anfeindungen und der Kritik seines Vaters ausgesetzt sieht. Zum anderen werden die Unterschiede von der alten Mutterwelt der Skerrianer und deren ehemaligen Kolonien näher beleuchtet. An drei Ablegern der skerrianischen Zivilisation werden die kulturellen Unterschiede, die sich gebildet haben, aufgezeigt. Jede der Kulturen wird dabei über das politische System, aber vor allem über die Mythen und die Religion der Völker identifiziert. Der persönliche Glaube einzelner Akteure, Religion und Mystizismus werden in diesem Zusammenhang ebenfalls eingestreut, es wird jedoch alles nur angerissen und nicht wirklich grundlegend und explizit erklärt und die Religionen der Nachkommen der Skerrianer und deren Unterschiede erschließen sich daher nur bei aufmerksamen und genauem Lesen.

Des „Star Trek“-Fans Freud‘ und Leid

Im Allgemeinen freue ich mich über (fast) jede „Star Trek“-Episode, die als Übersetzung ihren Weg in deutsche Buchhandlungen findet, auch wenn das amerikanische Original bereits 1997 veröffentlicht wurde. Die Handlung ist leider ziemlich gradlinig und wartet nur mit wenigen wirklichen Überraschungen auf, hält sich aber an die Stimmung der Serie. Wirkliche Nerven zerreißende Spannung kommt leider nicht auf, zu vorhersehbar sind die Handlungsstränge und die wenige richtige Spannung, die sich gegen Ende des Romans aufbaut, löst sich ganz schnell auf. Am Ende werden die Konflikte fast zu elegant gelöst und alle sind glücklich – außer Geordi LaForge natürlich.

Wenn man den Roman als Grundlage für eine Episode genommen hätte, wäre bestimmt ein guter Zweiteiler daraus geworden, mir ist es jedenfalls nicht schwer gefallen, die Personen vor meinem geistigen Auge erstehen zu lassen.
Die religiösen Themen, die eingestreut werden, sind für den atheistisch angehauchten Hintergrund von „Star Trek“ etwas ungewöhnlich. Picard und Konsorten gehen hier vorsichtiger und diplomatischer vor, als zum Beispiel beim Erstkontakt in der Episode „Who watches the Watchers“ mit den Mintakanern, zumindest zeigen sie hier Verständnis für die religiösen Ansichten der Einheimischen.

Fazit: Das TNG-Abenteuer „Sturm auf den Himmel“ ist solide gemacht und unterhaltsam geschrieben. Der Roman hält sich an das bewährte Schema der Ursprungsserie und bietet einen hohen Wiedererkennungswert. Wer allerdings nach Action dürstet, wird hier enttäuscht werden. Getreu dem Hintergrund der Vorbildserie wird mehr diskutiert und weniger gekämpft. Der Hintergrund ist recht gut, die Handlung interessant, wenn sie auch teilweise so gut wie gar keine Spannung enthält, am Ende bekommt man leider keine wirklichen Überraschungen präsentiert. Insgesamt handelt es sich eher um literarische Schonkost, aber für ein paar kurzweilige Stunden ist der Roman allemal gut.

Sturm auf den Himmel (Star Trek TNG-Roman Nr. 61)
Film/Serien-Roman
Esther Friesner
Heyne 2006
ISBN: 3-453-52149-8
298 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 7,95


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Montag, 4. Mai 2015

Star Trek – Vanguard 8: Sturm auf den Himmel

Am Ende, da kommt der große Knall. Über acht Bände hat sich die „Vanguard“-Saga erstreck. Nun kommt die Reihe um die umkämpfte Raumstation zu einem furiosen Finale.

Der Band beginnt mit den Worten, mit denen der Vorgängerband geendet hat: „Ich war bis zum Ende da, Kumpel. Bis zum bitteren, blutigen Ende.“ Wenn der Reporter Tim Pennington dies zum ehemaligen Kommandanten der Station Diego Reyes sagt, dann ahnt der Leser schon, dass die Operation der Sternenflotte in der Taurus-Region, die der Entschlüsselung der uralten Shedai-Technologie dienen sollte, zu keinem guten Ende gekommen ist. Die beiden Veteranen der Serie unterhalten sich am Kaminfeuer und rahmen wie schon im Vorgängerband die Handlung ein.

Seit dem siebten Band „Das jüngste Gericht“ hat sich die Lage in der umkämpften Raumregion weiter zugespitzt. Die Shedai, die hier vor Urzeiten den Raum beherrschten, sind zurückgekehrt, um Rache zu fordern und wieder ihren rechtmäßigen Platz einzunehmen. Die ganze Hoffnung der Föderation liegt auf einer Waffentechnik des untergegangenen T’Kon-Imperiums, welche durch das kleine Spähschiff Sagittarius ausfindig gemacht wird. Mit dieser Technik ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten, nicht nur in Bezug auf den Krieg gegen die Shedai, sondern auch auf anderen Gebieten. Das Sternenflottenkommando sieht Einsatzarten, die so gar nichts mit der friedlichen Erforschung des Weltraums zu tun haben. Die Falken bei der Admiralität, die auf eine Wunderwaffe im Kampf gegen Romulaner, Klingonen und Tholianer hoffen, richten ihre Aufmerksamkeit auf die Raumstation. Dabei setzen sich die hohen Herren auch rücksichtslos über die Bedenken und Proteste der Vanguard-Besatzung hinweg. Dass eine solche Hybris nicht ungesühnt bleiben kann, versteht sich von selbst.

Die Tholianer, deren Schicksal schon immer auf unheimliche Weise mit den Shedai verknüpft war, bewegen sich am Rande des Wahnsinns. Sie bereiten einen vernichtenden Schlag gegen die Raumstation vor, um die Sternenflotte zu stoppen, falls diese nicht von ihren unseligen Experimenten ablässt. Diese Drohung schwebt wie ein Damoklesschwert über der Raumstation. Aber auch die Klingonen und die Romulaner haben nach wie vor ein reges Interesse an der Taurus-Region. Ein klingonischer Verräter nutzt erfolgreich das Wissen der Klingonen über die Shedai als Einsatz für ein verhängnisvolles Geschäft mit den Romulanern.

Währenddessen kehrt die U.S.S. Enterprise zur Raumstation Vanguard zurück. Kirk und Co. haben gerade das Rätsel um die im Vorgängerband verschollene U.S.S. Defiant gelöst und kommen gerade recht, um in die Geschehnisse einzugreifen. Aber auch Captain Kirk und Spock vermögen den gordischen Knoten nicht zu entwirren,  zu dem sich die Handlung verwoben hat. Es wird also Zeit für einen sauberen Schnitt. Der Autor löst umsichtig alle verbliebenen Handlungsstränge auf. So bleiben nur wenige offene Fragen bestehen. Die Geschichte selbst ist wieder einmal sehr gut in den Kanon eingepasst. Viele etablierte Fakten sind hier plausibel eingebaut und verleihen der gesamten Handlung Tiefe.

Der Titel des Bandes ließ mich schmunzeln, denn er kam mir seltsam bekannt vor. Als ich 2006 anfing, für den Ringboten Rezensionen zu verfassen, war ein „Star Trek: The Next Generation“-Roman von Heyne eines meiner ersten Besprechungsobjekte. Der Roman trug ebenfalls den Titel „Sturm auf den Himmel“. Der Titel und der generelle gemeinsame Hintergrund sind allerdings die einzigen Gemeinsamkeiten.

Fazit: Die Serie um die Raumstation Vanguard findet hier ein passendes und sehr spannendes Finale. Das teilweise brutale Aussortieren der Protagonisten markiert das radikale Ende der Saga und hinterlässt schmerzliche Lücken. Am Ende bleibt der Status Quo erhalten und die Welt des Kanons kann sich weiter drehen, als ob nie etwas geschehen wäre. Der Leser wird jedoch viele offizielle Ereignisse mit etwas anderen Augen sehen. Das hat mit sehr gefallen. Das Buch ist als letzter Band natürlich nicht dazu geeignet, um einzusteigen. Es ist aber ein guter Zeitpunkt, um noch einmal die gesamte Serie in einem Rutsch durchzulesen.

Star Trek – Vanguard 8: Sturm auf den Himmel
Film/Serien-Roman
David Mack
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250347
409 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Sonntag, 3. Mai 2015

Star Trek – Vanguard 7: Das jüngste Gericht


Der vorletzte Band der „Vanguard“-Reihe leitet nun das Ende der Saga ein. Wieder einmal spitzt sich die Lage auf der Raumstation zu. Die Föderation hat sich gefährliche Feinde geschaffen, die sie scheinbar nicht bezwingen kann.

Im siebten Band um die große Raumstation Vanguard geht die Reihe langsam ihrem Abschluss entgegen. War der sechste Band „Enthüllungen“ eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich größtenteils mit Hintergrundwissen befasst und dieses vertieft haben, geht es nun darum, die Handlung stärker voranzutreiben. Einzelne der zahlreichen Handlungsstränge werden in diesem Band zu einem Ende gebracht.

Eingerahmt wird die Handlung durch das Treffen zweier Protagonisten, Diego Reyes, dem ehemaligen Kommandanten der Raumstation Vanguard, und Tim Pennington, dem Reporter, der die ganze Zeit über die Ereignisse auf der Station berichtet hat. Die uralte Rasse der Shedai, deren Nachlass das Ziel aller Forschungsbemühungen in der Taurus Region war, hat in der Föderation und seiner großen Raumstation den Feind ausgemacht und ihr mit einem brutalen Überfall den Krieg erklärt. Konfrontiert mit der gewaltigen Macht dieser Wesen suchen Ming Xiong und die anderen Wissenschaftler an Bord der Station einen Weg, um die Wesen aufzuhalten. Ein uraltes Artefakt scheint der Schlüssel zu einer wirksamen Abwehrwaffe zu sein. 

Wichtige Daten zu diesem Artefakt findet man an Bord des orionischen Schiffes Omari Ekron. Dieses Schiff dient dem orionischen Unterweltboss Ganz als mobiles Spielcasino, und für Diego Reyes ist es der selbst gewählte Zufluchtsort vor der Sternenflotte. Reyes lässt sich auf ein gefährliches Spiel ein, um an die Daten zu kommen. Die Situation läuft dann auch zusehends aus dem Ruder. Ähnlich gefährlich verlaufen die Experimente des Wissenschaftsoffiziers Ming Xiong. Mit nur wenig Ahnung versucht er Kontakt mit den Shedai aufzunehmen, um vielleicht einen Dialog zu eröffnen. Aber die Versuche enden in einer Katastrophe.

Der Föderationsdiplomat Jetanien hat sich inzwischen aus der Taurus Region zurückgezogen und verfolgt seine eigene Initiative zur Schaffung eines dauerhaften galaktischen  Friedens. Seine Kolonie auf dem Planeten Nimbus III, die von der Föderation, den Klingonen und den Romulanern gemeinsam besiedelt wird, scheitert jedoch schon in kürzester Zeit. Der Traum vom Planeten des Galaktischen Friedens scheint wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Was daran liegt, dass vor allem die Romulaner und die Klingonen die Kolonie als den idealen Ort ansehen, um Verbrecher und unbequeme Dissidenten dort abzuladen.

Während der Reporter Tim Pennington einen aktiven Part in der Geschichte einnimmt, glänzt sein Kumpel Cervantes Quinn nur noch darin, seinen Frust und Kummer im Alkohol zu ertränken. Die Autoren verfolgen konsequent die vorhandenen Handlungsstränge und versuchen diese auf den Klimax vorzubereiten. Dieser bleibt diesem Band aber versagt. So ist das „jüngste Gericht“ eher ein erster Verhandlungstag.

Fazit: Der Titel „Das jüngste Gericht“ ließ mich zunächst auf den großen Klimax der Reihe hoffen. Tatsächlich wird dieser hier nur vorbereitet. Einige Handlungsstränge werden hier beendet und der Krieg gegen die Shedai rückt in den Fokus. Besonders der Handlungsstrang um Diego Reyes war sehr spannend. Auch Ming Xiongs Forschungen bringen den Plot gut voran. Nicht direkt mit der Haupthandlung verbunden ist die Geschichte um das Scheitern der Kolonie auf Nimbus III. Es ist aber ein sehr schöner Ausflug in die Geschichte des „Star Trek“-Universums, da Nimbus III auch in dem Film „Star Trek V – Am Rande des Universums“ eine Rolle spielt.

Star Trek – Vanguard 7: Das jüngste Gericht
Film/Serien-Roman
Dayton Ward, Kevin Dilmore
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250330
382 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Samstag, 2. Mai 2015

Star Trek – Vanguard 6: Enthüllungen

Die zur Zeit der klassischen „Star Trek“-Abenteuer von Kirk und Spock angesiedelte Romanreihe um die Raumstation Vanguard wird in diesem Band in Form einer Anthologie mit vier Kurzgeschichten weitererzählt. Dem Leser stellt sich nun die Frage: Sind die „Enthüllungen“ lesenswert?

„Enthüllungen“ ist kein gewöhnlicher Roman der Reihe um die Raumstation Vanguard und die Erforschung des Meta-Genoms, das auf die uralten und mächtigen Shedai zurückgeht. Es ist vielmehr eine Anthologie von vier Geschichten, die alle mehr oder weniger in der Taurusregion angesiedelt sind. Die Autoren greifen dabei auf Ereignisse aus der Vergangenheit und der Zukunft der verschiedenen Akteure zurück. Die Geschichten selbst sind nicht direkt miteinander verbunden. Stattdessen heben sie einzelne Ereignisse und Charakterentwicklungen hervor.

Die erste Geschichte trägt den Titel „Beinahe Morgen“ und stammt aus der Feder von Dayton Ward. Die Erzählung ist quasi ein Prequel, zu den Ereignissen des ersten Bandes „Der Vorbote“, da sie zeitlich vor den dortigen Ereignissen angesiedelt ist. Die Station ist noch nicht vollständig in Betrieb genommen, und die neue Besatzung muss sich erst einmal kennenlernen. Besonders die Sorge vor dem wachsenden klingonischen Interesse bereitet dem Botschafter Chetanien und dem neuen Kommandanten Diego Reyes einiges Kopfzerbrechen. Der Verdacht drängt sich auf, dass die Klingonen auch dem Meta-Genom auf der Spur sind. Die Handlung der Geschichte ist relativ unspektakulär und erzählt im Grunde kaum etwas, das man nicht schon aus der Lektüre der ersten beiden Bände erfahren konnte. Nur wird der Leser diesmal „Zeuge“ der Ereignisse, die schließlich zu einigen der Tragödien im Verlauf der Reihe geführt haben.

Die zweite Geschichte, für die Kevin Dilmores verantwortlich zeichnet, trägt den Titel „Schlechte Nachrichten“ und  befasst sich mit dem Reporter Tim Pennington. Dieser hat gerade seinen größten Erfolg als Journalist gefeiert, nachdem er in Reyes’ Auftrag streng geheime Informationen veröffentlichte. Eine ehrgeizige junge Kollegin nimmt zu ihm Kontakt auf und bringt ihn dazu, mit ihr auf dem Schiff des Gangsterbosses Ganz Nachforschungen anzustellen. Die Suche nach brisanten Informationen entgleitet aber zusehends seiner Kontrolle und bringt ihn und andere in tödliche Gefahren. Diese Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Tim Pennington erzählt. Das ist ungewöhnlich für die Bücher im „Star Trek“-Franchise.

Die Geschichte selbst hat mit der eigentlichen Romanreihe aber nur wenig zu tun, außer vielleicht einen Grund für den Reporter zu bieten, um sich mit T’Prynn später auf eine Reise nach Vulkan zu begeben.  Die Spionagestory wäre ja durchaus spannend, wenn sie für die Handlung der Romane nicht so belanglos wäre. Das auch vor allem aus dem Grund, weil wir zu Beginn des vierten Bandes zwar erfuhren, dass Pennington sich erhebliche Sorgen um T’Prynns Zustand machte. Seine unliebsamen Erlebnisse mit den Orionern finden aber keine Erwähnung. Und auch das Schicksal seiner jungen Kollegin, sollte Tim erheblich mehr aufwühlen, davon ist in den bereits existierenden Romanen aber nichts zu merken. Gerade das macht die Geschichte in meinen Augen unglaubwürdig.

Für die dritte Geschichte, die den Titel „Die letzten edlen Männer“ trägt, hat sich der Autor Marco Palmieri etwas völlig anderes einfallen lassen. Es handelt sich eigentlich um zwei Geschichten, die sich kapitelweise abwechseln. Die erste nimmt den größeren Teil in Anspruch und setzt nach den Ereignissen des fünften Romans ein. Die Handlung legt den Fokus auf Rana Desai und Ezekiel Fisher, die auf einer Kolonie in der Taurusregion, die von ihren Bewohnern nicht freiwillig aufgegeben wird, den plötzlichen Tod eines Sternenflottenangehörigen aufklären. Die Kolonie soll in Zukunft nicht mehr von der Flotte geschützt werden, und es gilt, die Kolonisten überzeugen, dass sie den Planeten verlassen sollten, bevor die Klingonen oder die Tholianer angreifen.

Die zweite Geschichte ist eine Rückblende in die gemeinsame Vergangenheit von Diego Reyes, Ezekiel Fisher und dem inzwischen im Kampf gegen die Tholianer gefallenen Kommandanten der U.S.S. Bombay, Hallie Gannon. Die Geschichte spielt neun Jahre in der Vergangenheit. Damals kommandierte Diego Reyes die U.S.S. Dauntless und musste bei einer Hilfsmission feststellen, dass die Klingonen die bedrohte Kolonie besetzt haben. Die Kolonisten und die Klingonen kooperieren scheinbar friedlich miteinander, was gelinde gesagt völlig  untypisch ist. Was führt Gorkon, der Anführer der Klingonen im Schilde? Reyes steht vor einem Rätsel.

Beide Geschichten sind schön zu lesen und bieten ein paar schöne Rätsel. Jedoch war für mich nicht unbedingt ersichtlich, was die beiden Geschichten miteinander zu tun haben sollen. Die platte Erkenntnis, dass die Dinge nicht immer so sind, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen, empfinde ich als Bindeglied jedenfalls zu schwach.

Die letzte Story „Und die Sterne blicken herab“ greift die Handlung um Cervantes Quinn und  seiner Partnerin Bridget „Bridy Mac“ McLellan auf. Die Ereignisse spielen sich ungefähr sechs Monate nach „Vor dem Fall“ ab. Die beiden suchen im Geheimauftrag der Sternenflotte nach Beweisen für das Meta-Genom und den Shedai. Ein orionischer Frachter im Gornraum könnte wichtige Informationen in seinem Computerkern enthalten. Aber das Schiff wurde beschlagnahmt und zu allem Überfluss hat der Gangster Ganz einen Attentäter auf Quinn angesetzt. Diesmal darf wieder David Mack ran, und er serviert auch das Glanzstück der Anthologie. Es gibt ein paar sehr interessante Enthüllungen, die auch gekonnt in den etablierten Kanon eingepasst sind. Die Geschichte ist actionreich und sehr spannend, aber das Ende war in seiner Tragik relativ leicht abzusehen. Wie gewohnt erhält Quinn vom Schicksal ein paar sehr derbe Nackenschläge.

Fazit: Die ersten beiden Geschichte dieser Anthologie sind zwar ganz gut geschrieben, jedoch konnte keine mich wirklich überzeugen. Die erste kochte nur Bekanntes noch einmal auf, die zweite ist schlecht mit der Handlung der Romanreihe verbunden. Das hätte man bestimmt auch eleganter gekonnt. Die dritte und die vierte Geschichte dagegen bringen den eigentlichen Plot ein gutes Stück nach vorne, auch wenn einigen meiner Lieblingsprotagonisten dabei übel mitgespielt wurde. Besonders gut hat mir die dritte Geschichte gefallen, obwohl die vierte mit mehr Action aufwarten konnte. Das absehbare bittere Ende hat mir bei der letzten, ansonsten wirklich gut geschriebenen Geschichte den Spaß genommen. „Enthüllungen“ ist für die Fans der „Vanguard“-Reihe ein „Must have“. Wer mit der Reihe oder gar mit „Star Trek“ nichts anzufangen weiß, wird ob der fehlenden Hintergrundinformationen aus den anderen Büchern ziemlich verloren dastehen.

Star Trek – Vanguard 6: Enthüllungen
Film/Serien-Roman
Dayton Ward, Kevin Dillmore, David Mack, Marco Palmieri
Cross Cult 2011
ISBN: 978-3941248106
400 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Freitag, 1. Mai 2015

Star Trek – Vanguard 5: Vor dem Fall

Die Saga um die Raumstation Vanguard geht in die fünfte Runde. Noch immer bietet das Geheimnis um das Metagenom aus der Taurusregion genug Zündstoff, um den Konflikt zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich ständig eskalieren zu lassen. Vor dem Hintergrund der Originalserie entfaltet sich einmal mehr ein Netz aus Intrigen und Abenteuer …

Im fünften Band der „Vanguard“-Reihe schwelt noch immer der Konflikt zwischen der Föderation, den Klingonen und Tholianern in der Taurus Regi
on, in der die Raumstation Vanguard liegt, vor sich hin. Noch immer sind die Klingonen und die Föderation daran interessiert, die Geheimnisse der Shedai, einer uralten Rasse, die in diesem Bereich des Weltraums vor Urzeiten beherrschte, zu enträtseln und für sich nutzbar zu machen.

David Mack hat diesmal die Autorenarbeit übernommen und führt die mannigfaltigen Handlungsstränge, die Dayton Ward in „Offene Geheimnisse“ hinterließ, weiter. Dabei fügt er alles zu einer schönen Handlung zusammen, die sich fast nahtlos in das „Star Trek“-Universum einfügt.

Die diversen Handlungsebenen, die auf gut 400 Seiten und 60 Kapitel verteilt sind, beschäftigen sich unter anderem mit den krummen Geschäften des orionischen Kaufmanns Ganz mit den Klingonen, der ganz nebenbei noch einige Probleme mit seinem Auftragskiller Zett Nilric hat, und sie erzählen von der JAG-Offizierin Rana Desai und ihrem Umgang mit dem Verlust ihres tot geglaubten Liebhabers Diego Reyes. Über Diego Reyes, den ehemaligen Kommandanten von Sternenbasis 47 gibt es auch neues zu berichtigen. Er befindet sich im Gewahrsam der Klingonen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Handlung beschäftigt sich mit den Hintergründen seiner Gefangenschaft. Was das klingonische Ratsmitglied Gorkon damit zu tun hat, wird ebenfalls näher beleuchtet. Ein kurzer Handlungsstrang – quasi abgekoppelt von den Ereignissen der Haupthandlung – befasst sich mit Botschafter Jetanien und Nimbus III. Auch die Ereignisse auf der Station selbst kommen nicht zu kurz. Neben dem neuen Kommandeur, Admiral Nogura, und anderen Offiziellen, wie Rana Desai, kommen hier natürlich auch das Forschungsteam auf der Station ins Rampenlicht.

Dann gibt es zwei Storyelemente, denen besondere Aufmerksamkeit zukommt. Zum einen versucht die ehemalige Geheimdienstoffizierin von Vanguard, T’Prynn, gemeinsam mit dem Reporter Tim Pennington, ihren Namen wieder reinzuwaschen, nachdem sie im letzten Band wegen der Fälschung ihrer medizinischen Unterlagen unehrenhaft aus der Sternenflotte entlassen worden ist.

Der zweite, für mich sehr überraschende Handlungsstrang, betrifft Cervantes Quinn. Bisher hat der Leser den Schurken als abgehalfterten Raketenjockey und Schmuggler kennen gelernt, der ständig besoffen war und ein genauso heruntergekommenes Schiff durch das Weltall steuerte. Bei vielen Gelegenheiten zeigte es sich, dass er nicht nur Skrupel bei einigen seiner illegalen Aufgaben hatte, sondern ein Herz aus Gold. Aber die Wandlung die er seit seinem letzten Auftreten durchgemacht hat, ist doch nun sehr überraschend.

Er hat dem Alkohol abgeschworen und betätigt sich nunmehr als freiberuflicher Agent für den Geheimdienst der Sternenflotte. Dabei wird er von Bridy McLellan, einem zum Geheimdienst abkommandierten Mitglied der Besatzung des Aufklärungsschiffes U.S.S. Sagittarius, das im dritten Teil der Reihe „Ernte den Sturm“ eine Hauptrolle spielte, unterstützt. Bei diversen Gelegenheiten plaudert Quinn aus dem Nähkästchen, und der Leser erfährt seine Lebensgeschichte, aber auch welche anderen verborgenen Talente in ihm schlummern.

Auf einem Planeten in der Nähe der klingonischen Grenze kreuzen sich die beiden oben genannten und auch einige andere Handlungsstränge in einem actiongeladenen Showdown. Im Vergleich zum vorangegangenen Band geht es hier wieder richtig zur Sache.

Was mir allerdings übel aufgestoßen ist, war das Fehlen von Bonusmaterial. Der CrossCult-Verlag hatte bisher in allen seinen „Star Trek“-Romanen, die ich in die Hand bekommen habe, im Anhang einem Gastautor die Gelegenheit gegeben, ein wenig über das Franchise zu philosophieren. Diesmal habe ich vergeblich danach Ausschau gehalten. Dabei wären auch hier einige dankbare Themen aufzugreifen gewesen, wie zum Beispiel das zwiespältige Verhältnis der Föderation zur obersten Direktive.

Fazit: „Vor dem Fall“ bietet einmal mehr eine spannende, komplexe Handlung, die den Leser zu fesseln vermag, ohne ihn zu erschlagen. Was David Mack hier bietet, ist klassisches „Star Trek“ in Vollendung. Hier wird der Hintergrund der Originalserie auch ohne Kirk und Spock lebendig, und es wird eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass es in dieser Zeit neben Kirk und Spock auch andere gibt, die das Universum retten können. Man kann gespannt sein, was die Reihe für den Leser noch bereit hält. Das erreichte Niveau ist jedenfalls jetzt schon kaum zu toppen.

Star Trek – Vanguard: Vor dem Fall
Film/Serien-Roman
David Mack
Cross Cult 2009
ISBN: 978-3-941248-09-0
379 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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