Mittwoch, 2. April 2014

Star Trek – Doppelhelix 5: Doppelt oder Nichts

Im fünften Band der „Doppelhelix“-Reihe kommt es zur finalen Konfrontation: Der Unbekannte, der für den Einsatz biologischer Waffen verantwortlich ist, holt zum finalen Schlag aus …


Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2375. Seit dem ersten Einsatz der mysteriösen Biowaffen sind mehr als zehn Jahre vergangen. Die Föderation befindet sich mitten in den Vorbereitungen für die anstehende 200-Jahr-Feier der Zeichnung der Föderationscharta (seit der TV-Serie "Star Trek: Enterprise" übrigens das falsche Datum, aber das wusste man 1999 ja noch nicht). Für den großen Unbekannten ist es die Gelegenheit, einen entscheidenden und dramatisch wirksamen Schlag auszuführen. Alles bisher Geschehene war nur ein Vorspiel. Für seine Pläne braucht es allerdings etwas mehr als die Biowaffen. Deshalb bewegt sich der Feind erstmals aus seiner Deckung: Er lässt eine Forschungsstation der Föderation überfallen und einen revolutionären Computer mit dem schönen Namen Omega 9 stehlen. Die U.S.S. Independence, deren Passagier derzeit Commander William Riker ist, reagiert auf den Notruf und gerät prompt in eine Falle. Und damit geht der Vorhang auf für Mackenzie Calhoun, den Captain der U.S.S. Excalibur. Dessen Schiff eilt zur erfolgreichen Rettung. In Folge der Ereignisse wird Riker zum Captain der U.S.S. Excalibur ernannt und Mackenzie Calhoun bekommt dafür einen Spezialauftrag.

Peter Davids erfolgreiches Eigengewächs im „Star Trek“-Universum begibt sich auf eine Mission, um den Superschurken in zünftiger „James-Bond“-Manier das Handwerk zu legen. Und der Ablauf erinnert sehr stark an den typischen „007“-Film. Der eigenwillige Captain der U.S.S. Excalibur, der eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich hat, erhält neben dem Auftrag den Erzbösewicht zu stoppen auch noch ein paar extrem nützliche Ausrüstungsgegenstände. Natürlich darf der Aston Martin, Pardon, das Shuttle mit der Spionageausrüstung nicht fehlen. Auch an das sexy Bondgirl hat Peter David gedacht. Die laszive Schönheit bekommt sogar richtig viel Tiefe, jedenfalls mehr als Ian Flemming seinen Damen zugedacht hat. Der übermäßige Sexappeal war mir allerdings ein klein wenig zu viel des Guten. Außerdem hat David als zusätzlichen Gegner einen obligaten Handlanger des Schurken besonders gut in Szene gesetzt. Hier ist es eine Mischung aus „Oddjob“, dem Koreaner aus Goldfinger, und dem „Beißer“ aus „Der Spion der mich liebte“ und „Moonraker“.

Es gilt die Organisation des Feindes zu infiltrieren, was Calhoun auch recht schnell gelingt. Unterdessen darf Riker ein wenig den Captain spielen und den Kommandostuhl warm halten. Mit der Crew der U.S.S. Excalibur und den von Peter David entworfenen sozialen Verhältnissen hat Riker einige Probleme. Und dass der erste Offizier Elizabeth Shelby gegen ihn opponiert, ist ebenfalls nicht besonders hilfreich. Die Crew und der neue Captain müssen sich erst einmal zusammenraufen, zumal das Schiff in einen Hinterhalt gerät. Weniger dagegen bekommt der Leser von Captain Picard mit, der erst relativ spät in die Handlung eingeführt wird und nicht einmal einen Bruchteil der Aufmerksamkeit erhält.

Die Handlung ist recht gradlinig, lediglich die gelegentlichen Schauplatzwechsel zwischen der U.S.S. Excalibur und den Handlungssträngen von Calhoun und Picard nehmen ein wenig Fahrt raus, damit sich die Ereignisse nicht überschlagen. Aber auch die humoristischen Einlagen, die man aus der „New Frontier“-Reihe kennt, finden hier Eingang. So bekommt Calhoun mehr als genug Chancen, verbale Spitzen zu verteilen.

Fazit: Peter David hat mit „Doppelt oder Nichts“ zweifellos das Glanzstück der Reihe abgeliefert. Der Roman hat alles, was ich in den vorangegangenen Bänden vermisst habe: Die Story erinnert zwar extrem an einen „James Bond“-Film im Weltraum, ist aber gut gemacht und sehr spannend geschrieben. Das einzig Schlechte an diesem Band: Der Nachfolger wird es sehr schwer haben, an diesen Band heranzukommen. Alles wird offengelegt, auch wenn die Hintergründe und Motive des Schurken nur angerissen werden. Der Masterplan wird in klassischer Schurkenmanier vor den Helden ausgebreitet und detailliert beschrieben. Wie fast alle Romane aus Peter Davids Feder, konnte ich auch diesen nicht aus der Hand legen und hatte ihn binnen kürzester Zeit verschlungen.

Star Trek – Doppelhelix 5: Doppelt oder Nichts
Film/Serien-Roman
Peter David
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250156
319 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80

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Dienstag, 1. April 2014

Star Trek – Doppelhelix 4: Quarantäne

Der Maquis führt in der Entmilitarisierten Zone zwischen der Föderation und der Cardassianischen Union einen ungleichen Kampf gegen die Cardassianer. Als auf einem Planeten in der Zone das berüchtigte Doppelhelix-Virus ausbricht, versucht der Maquis zu helfen. Dabei bekommen Chakotay und seine Besatzung Hilfe von unerwarteter Seite.


Der vierte Band der „Doppelhelix“-Reihe führt wie auch schon Band 2 „Überträger“ in den Bereich, in dem sich die Raumstation DS9 befindet. Aber nicht Sisko und die Crew der Station sind hier die Hauptpersonen, sondern der Maquisanteil der Voyager-Crew um Chakotay. Schauplatz ist die Entmilitarisierte Zone, der Puffer zwischen der Cardassianischen Union und der Föderation. Die Gruppe des Maquis ist mit der Regelung nicht einverstanden ist, da die Cardassianer die Kontrolle über Kolonien der Föderation erhalten haben und diese nun beherrschen. Dabei bekämpfen sie nicht nur die Cardassianer, sondern versuchen auch, die anderen Aufgaben der Sternenflotte zu erfüllen. Der Maquis gilt aber bei den Cardassianern und der Föderation als Terrorgruppe und wird entsprechend verfolgt.

Lt. Thomas Riker, ein durch einen Transporterunfall entstandener Klon von William Riker („TNG: Riker:2=?“) dient an Bord der U.S.S. Gandhi. Dort begegnet man ihm mit wachsendem Mistrauen und behandelt ihn wie eine Abnormität. Seine Vorgesetzten gängeln ihn und der Schatten von William Riker schwebt unheilvoll über seinem Leben. Ein paar unbedarfte Bemerkungen über den Maquis haben ihn zudem in den Verdacht gebracht, ein Sympathisant der Gruppierung zu sein. Er kommt zu der Erkenntnis, dass er in der Kommandostruktur der Sternenflotte kaum aufsteigen wird. Deshalb plant er einen Karrierewechsel.

Als medizinischer Kurier hofft er auf ein unabhängigeres Leben, das er selbst bestimmen kann. Sein erster Einsatz führt ihn zu einer geheimen Basis der Sternenflotte, die von Flüchtlingen überrannt worden ist. Als er einige von ihnen evakuieren will, entpuppen sich diese als Mitglieder des Maquis, die sein Shuttle plündern wollen. So kommt Tom Riker in Kontakt mit Chakotay, der ihn um Hilfe bittet. Auf einem ehemaligen Planeten der Föderation, der nun unter der Kontrolle der Cardassianer steht, ist die künstliche Seuche ausgebrochen. Helena wurde von Kolonisten begründet, welche die Vielfältigkeit der Föderation auf besondere Weise feiern. Die Bewohner haben es sich zum Ziel gesetzt, so viele verschiedene Völker wie möglich miteinander zu kreuzen. Je bizarrer die Paarung, desto größer ist das Ansehen einer Person. Die normalen Vertreter einer Rasse werden aber bestenfalls als minderwertig angesehen. Eine Organisation namens IGS ist dabei behilflich, wenn ein Paar auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen kann.

Der Planet ist also im Großen und Ganzen ein Querschnitt der Föderationsbevölkerung. Und der ideale Ort für den Schurken, einen weiteren Test mit seinem Retortenvirus durchzuführen. Riker schließt sich der Mission des Maquis mit Billigung der Sternenflotte an. Die Cardassianer dagegen haben den Ausbruch der Seuche in Band 2 nicht vergessen und bereiten die Vernichtung des Planeten vor. Riker, Chakotay und die anderen Maquismitglieder, wie Tuvok und B’elanna Torres, bereiten sich darauf vor, die Seuche auf Helena zu untersuchen und die Schuldigen zu jagen.

Die Geschichte ist schön stimmig geschrieben, und besonders Thomas Riker darf seinen Charakter entwickeln. Natürlich weiß man auch hier, dass den Hauptprotagonisten keine bleibenden Schäden drohen, schließlich benötigt man sie ja a
uch noch für „DS9“ beziehungsweise „Voyager“.

Fazit: „Doppelhelix 4: Quarantäne“ ist um Längen besser, als der Vorgängerband. John Vornholt setzt hier die Geschichte gekonnt in Szene und schließt im gleichen Atemzug eine kleine Lücke in der Geschichte des Franchise. Nun weiß der Leser, weshalb sich Thomas Riker dem Maquis anschloss und in der „DS9“-Episode „Defiant“ versuchte, das kampfstarke Raumschiff von der Station zu stehlen. Von allen Bänden der Reihe hat mir dieser bisher am besten gefallen.

Star Trek – Doppelhelix 4: Quarantäne 
Film/Serien-Roman
John Vornholt
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250149
267 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80

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Montag, 31. März 2014

Star Trek – Doppelhelix 3: Roter Sektor

In Band drei des sechsteiligen „Doppelhelix“-Crossovers wird das romulanische Sternenimperium von dem gefährlichen Doppelhelix-Virus heimgesucht. Spock und McCoy müssen die Situation retten – jedenfalls, wenn man der Inhaltsangabe Glauben schenkt.


Der Buchrücken hört sich ganz gut an: Ein künstliches Virus befällt die Mitglieder der romulanischen Herrscherfamilie. Botschafter Spock unterbricht seine diplomatische Arbeit auf Romulus und beauftragt den greisen Dr. Leonard McCoy damit, ein Heilmittel zu finden. Dieser findet heraus, dass die einzige Hoffnung das unverseuchte Blut eines verschollenen Mitglieds der Herrscherfamilie ist. Die Suche nach diesem Mitglied ist dann auch Gegenstand der Handlung. 

Klingt spannend, oder? Ist es aber nicht, denn Diane Carey schreibt eine völlig andere Geschichte. Stattdessen wird eine völlig neue Figur als Hauptperson eingeführt: Eric Stiles. Er ist ein Spross der Stiles Familie, die auf eine lange Tradition in der Sternenflotte zurückblickt. Einer dieser illustren Vorfahren bezichtigte Spock des Verrats in der TOS-Episode „Spock unter Verdacht“. Mitte 2354 trifft Stiles auf dem Planeten PojjanPiraKot auf Botschafter Spock, als wegen eines Aufstandes die Botschaft evakuiert wird. Stiles sieht Spock offenbar als jemanden an, dem gegenüber er sich beweisen muss. Er versucht deshalb Eindruck zu schinden. Dabei macht er sich jedoch völlig lächerlich. 

Diane Carey zieht ihre Figur so durch den Kakao, dass es schon zu viel des Guten ist. Am Ende der Aktion sitzt Stiles als Gefangener mit einem romulanischen Wissenschaftler auf dem Planeten fest. Dieser ist auch für die Unruhen indirekt verantwortlich ist. Als Mitglied der Herrscherfamilie, aber ohne Ambitionen auf den romulanischen Thron, schlug der Romulaner Zevon den Weg des Wissenschaftlers ein. Ein von ihm geleitetes Experiment löst Schockwellen im All aus, die den Planeten immer wieder heimsuchen und bereits zahllose Opfer gefordert haben. Die Einheimischen machen zu recht Aliens für ihre Misere verantwortlich und verjagen alle Fremden. Nur Stiles und Zevon bleiben zurück. Der Planet wird zum roten Sektor erklärt, damit darf sich keiner dem Planeten nähern. Zwischen den Gefangenen entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, während die beiden versuchen, einen Weg zu finden, die Schockwellen aufzuhalten. 

Jahre später kommandiert Stiles einen Tender, ein militärischen Versorgungs- und Reparaturschiffs.  Erst jetzt (nach 144 Seiten) kommt die Krise, die in der Inhaltsangabe angekündigt wird, zum Tragen. Die Föderation fürchtet das Chaos, das einen Zusammenbruch nach sich ziehen würde. Durch Zufall wird auch Stiles in die Angelegenheit involviert, und weil Zevon sein alter Kumpel ist, bietet es sich an, dass er den Romulaner aufsucht und um Hilfe bittet. Stiles stürzt sich und seine Crew in ein gefährliches Unternehmen. Daneben dürfen auch Picard und die Besatzung der Enterprise-D eine bessere Statistenrolle übernehmen. Dr. Crusher reist mit Data nach Romulus, um die junge Herrscherin zu behandeln. Dort geraten sie schon bald in eine bedrohliche, aber schlecht durchdachte Intrige, die von Data quasi im Alleingang innerhalb von wenigen Minuten buchstäblich niedergeschlagen wird.


Auf der einen Seite war ich schon erleichtert, dass sich ein altersgebeugter Spock und ein arthritischer McCoy nicht durch Actionszenen quälen mussten. Stiles dagegen stolpert unbeholfen durch die Handlung und hat nur ein paar wenige brillante Momente. Die Handlung erschien mir stellenweise an den Haaren herbeigezogen und sie trieft förmlich von Pathos. Der Hintergrund war sehr schlecht recherchiert. Die Sternenflotte wird hier um einiges militaristischer dargestellt, als es üblich ist. Das Romulanische Sternenimperium habe ich nicht wirklich wiedererkannt. Ein Franchise-Roman hat gewisse Erwartungen zu erfüllen. Die Autorin hat sich aber bei dem Versuch, eine neue Figur zu etablieren, völlig verzettelt. Vermutlich wollte man hier den Erfolg von Peter David und seiner U.S.S. Excalibur nachstellen. Leider weiß das Gesamtpaket nicht zu überzeugen. Die Handlung strotzt nur so von logischen Fehlern, und am meisten haben mich die dummen Sprüche geärgert, die McCoy reißen darf. Der Arme muss für ganz billige Lacher herhalten.   

Fazit: „Star Trek – Doppelhelix 3: Roter Sektor“ bildet den wieder schwächeren Mittelteil sechsteiligen Reihe, die sich weit über ein Jahrzehnt im „Star Trek“-Universum erstreckt. Im vorangegangenen Band hatte ich noch neue Hoffnung geschöpft, dass die Reihe sich bedeutend steigern würde. Das war allerdings eine Fehleinschätzung. Die Geschichte um den Sternenflottenoffizier Eric Stiles war oberflächlich und aus Fansicht sehr schlecht recherchiert. Ich habe mich über etliche verdrehte Fakten geärgert. Es bleibt zu hoffen, dass sich die restlichen Bände aus diesem qualitativen Tief befreien können.

Star Trek – Doppelhelix 3: Roter Sektor 
Film/Serien-Roman
Diane Carey
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250132
341 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80


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Sonntag, 30. März 2014

Star Trek – Doppelhelix 2: Überträger

Das „Star Trek“-Universum wird von einer unheimlichen und sehr tödlichen Seuche heimgesucht. Der zweite Band der sechsteiligen „Doppelhelix“-Reihe wechselt den Schauplatz und auch das Ensemble. Diesmal triff die Seuche eine Raumstation, die später einmal als Deep Space Nine bekannt werden wird.

Der zweite Band macht einen Zeitsprung ins Jahr 2367. Episodentechnisch spielt der Roman zu Beginn der dritten Staffel „TNG“. Diesmal kreuzen sich Elemente von „TNG“ und „DS9“. Schauplätze sind die cardassianische Station Terok Nor und der Planet Bajor. Captain Picard schasst Dr. Pulaski, als Beverly Crusher anbietet, zurück auf die U.S.S. Enterprise zu gehen. Damit Dr. Pulaski nicht zu viel Zeit hat, sich darüber zu grämen, dass sie aufgrund der persönlichen Präferenzen des Captains vom Schiff geworfen wird, kontaktiert sie ihr bajoranischer Ex-Mann. Er bittet sie um ihre Hilfe. Auf dem Planeten und der Station ist eine tödliche Seuche ausgebrochen, die beide Spezies gleichermaßen dahinrafft. Es versteht sich von selbst, dass Dr. Pulaski sich mit einer Handvoll Assistenten gleich aufmacht, um zu helfen. 

Dort spitzt sich die Situation weiter zu. Je mehr die Seuche um sich greift, umso mehr ergehen sich die Bajoraner und Cardassianer in gegenseitigem Misstrauen und Schuldzuweisungen. Als oberste Repräsentanten, die sich einen beständigen Schlagabtausch liefern, müssen Gul Dukat und Kira Nerys herhalten. Als Gegenentwurf dazu stehen der cardassianische Arzt und Dr. Pulaskis Exmann, die eine funktionierende Arbeitsbeziehung aufbauen. Damit werden natürlich ein paar untypische Vertreter ihrer Spezies genannt. Schließlich gibt der Cardassianer sogar zu, dass der Bajoraner der bessere Forscher sei. Den Ärzten bleibt nur wenig Zeit, die Krankheit zu besiegen, da das Zentralkommando auf Cardassia Prime bereits Vorkehrungen trifft, die Station zu zerstören, damit die Seuche nicht weiter um sich greifen kann. 

Insgesamt ist „Überträger“ der weitaus stimmigere Band und wirkt bei Weitem nicht so konstruiert, wie der Auftakt. Da man weiß, dass die meisten Akteure noch für den Verlauf der Fernsehserie benötigt werden und der Roman zu einer Zeit geschrieben wurde, als die Verlage den Kanon wie eine heilige Kuh behandelten, kann sich der Leser entspannt zurücklehnen, wohl wissend, dass den Hauptpersonen nichts Gravierendes zustoßen wird.

Fazit: „Doppelhelix 2: Überträger“ bringt endlich den Schwung in die Serie, den ich im ersten Band schmerzlich vermisst habe. Endlich springt der Funke über und es wird eine gut in den Kanon integrierte Geschichte erzählt. Die Handlung hat mich nicht völlig überzeugt, aber es war schon eine enorme Steigerung zum ersten Band. Für einen Serienroman wird hier durchschnittliche Kost geboten.

Star Trek – Doppelhelix 2: Überträger 
Film/Serien-Roman
Dean Wesley Smith, Kristine Kathryn Rusch 
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250125 
266 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 11,80

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Samstag, 29. März 2014

Star Trek – Doppelhelix 1: Infektion

Heute beginne ich damit die Rezensionen zu Star Trek Doppelhelix Reihe hier zu veröffentlichen.
Wie ich im Verlauf der Reihe feststellen musste, ist die Qualität der einzelnen Romane ziemlich durchwachsen. Einige Romane sind richtig gut geschrieben, andere dagegen sind weniger gelungen.


Star Trek – Doppelhelix 1: Infektion 


Auf dem Planten Archaria III ist eine mysteriöse Seuche ausgebrochen. Jean Luc Picard und die Besatzung der USS Enterprise-D müssen das Rätsel um die Krankheit lösen und weitere Unruhen auf dem Planeten verhindern. Dies ist der Auftakt zu einem groß angelegten Crossover im „Star Trek“-Universum.

Die „Doppelhelix“-Reihe umfasst sechs Bände, die sich über mehr als ein Jahrzehnt im „Star Trek“-Universum erstreckt. Der vorliegende erste Roman stammt aus dem Jahr 1999. Der Heyne Verlag hat damals von
einer Übersetzung abgesehen, der Cross Cult Verlag schafft nun Abhilfe.

Darum geht es: Eine unbekannte Macht überzieht den Alpha-Quadranten mit einer mörderischen Seuche und die Akteure der Next Generation, DS9, Voyager und sogar der ursprünglichen Serie werden mit den Auswirkungen konfrontiert. Zum Auftakt wird die USS Enterprise-D 2364 zur Bekämpfung einer schlimmen Epidemie zu dem Planeten Archaria III beordert. Das Föderationsraumschiff hat vor Kurzem erst seine erste Mission abgeschlossen. Nach dem Zusammentreffen mit Q auf Farpoint Station muss sich die Crew erst einmal als Team organisieren. Der Autor hat sich diesen Aspekt für den Verlauf der Handlung explizit herausgepickt. Die Crew ist vollauf damit beschäftigt, sich selbst und die Mission zu organisieren.

Der Planet Archaria III hat neben der Seuche vor allem ein Problem mit Rassismus. Das Ganze ist richtiggehend klischeehaft angelegt und die Ansichten der Bewohner sind buchstäblich archaisch: Die Nachfahren der menschlichen Siedler tragen lange Bärte und benehmen sich wie verbohrte Hinterwäldler mit rassistischen Ansichten. Ihre Animositäten zielen auf die humanoiden Peladianer, mit denen sie sich den Planeten teilen. Besonders die Nachkommen die aus Beziehungen der beiden Bevölkerungsgruppen hervorgegangen sind, werden als „Mischer“ diffamiert. Sie sind Ziel von Repressalien durch fanatische Nachkommen der Siedler, die Vertreter der  örtlichen Regierung sehen oft tatenlos dabei zu. Die schöne neue Welt von „Star Trek“ bekommt hier ein paar ganz hässliche Risse.

Der Leser kann alle wesentlichen Handlungsstränge verfolgen, sowohl die der Akteure von der Enterprise als auch die eines Schurken namens Solomon, der in den Geschehnissen auf dem Planeten seine Finger im Spiel hat. Die Enterprise-Besatzung beschäftigt sich vornehmlich darum, den Planeten unter Quarantäne zu stellen und ein Heilmittel zu erforschen. Solomon dagegen dokumentiert und beobachtet. Während Picard und die Brückenbesatzung allen Schiffen nachspüren, die den Planeten zwischenzeitlich verlassen haben, stürzt sich Dr. Crusher in die Arbeit. Der örtliche Biologe Dr. Tang erweckt mit seinem Auftreten ihren Argwohn. Hat dieser bedeutende Virologe die Seuche als Biowaffe für die rassistische Reinheitsliga erschaffen? Was verbirgt der Gouverneur des Planeten vor der Besatzung der Enterprise?

Die Nachforschungen der Besatzung des Föderationsraumschiffs sind alles andere als erfolgreich und am Ende hilft nur Kommissar Zufall Picard und Co. auf die Sprünge. Das hat mir persönlich gar nicht gefallen. Zumal das Ende völlig abrupt und ohne wirkliche Klimax kam. Die Auflösung war dann auch ziemlich platt und wirkte etwas lieblos. Es fiel mir schwer, am Ende Begeisterung zu entwickeln, wenn letztlich alles nur dem Zufall geschuldet ist. Gestört hat mich auch, das die einzige unbekannte Variable, die dem Leser präsentiert wird, die Natur der Seuche und der Weg, sie zu bezwingen, war. Das sich einige prominente Besatzungsmitglieder auch mit der Seuche anstecken, hat mich nicht geschockt. Schließlich darf den Hauptcharakteren in einem „Star Trek“-Roman nichts Fatales passieren. Das gilt für die Franchisebücher aus den späten Neunzigern doppelt und dreifach. Gefreut habe ich mich über ein „Wiedersehen“ mit Tasha Yar in ihrer Funktion als Sicherheitschefin.

Fazit: „Doppelhelix 1: Infektion“ ist der Auftakt zu einer sechsteiligen Reihe, die sich weit über ein Jahrzehnt im „Star Trek“-Universum erstreckt. Die Handlung über die Bekämpfung der Seuche auf dem Planten Archaria III plätschert dahin und wird nur durch Zufall aufgelöst. Für mich persönlich ist das ein echtes Manko, das mich als Fan richtig geärgert hat. Wenn es eine Fernsehepisode gewesen wäre, würde ich sie zu den durchschnittlichen zählen. Immerhin, nach dem weniger gelungen Start kann die Reihe sich ja noch steigern. Mit knapp 200 Seiten ist der Roman auch verhältnismäßig kurz geraten.

Star Trek – Doppelhelix 1: Infektion
Film/Serien-Roman
John Gregory Betancourt
Cross Cult 2012
ISBN: 978-3864250118
218 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 11,80

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Freitag, 28. März 2014

Castle 5: Deadly Heat - Tödliche Hitze

Castle 5: Deadly Heat - Tödliche Hitze


In New York jagt Nikki Heat und ihr „Sidekick“ der Journalist Rook einen Serienkiller, der ihr auch persönlich zusetzt. Daneben versucht sie noch immer den Mord an Ihrer Mutter aufzuklären. Dabei kommt sie einer groß angelegten Terrorverschwörung auf die Spur…


Mit dem Vorliegenden Roman bringt der fiktive Autor Richard Castle seine fünfteilige Nikki Heat Reihe zum Abschluss. Die Geschichte aus dem vierten Band wird hier weitergesponnen. Dabei werden hauptsächlich zwei Handlungsstränge verfolgt. Der erste behandelt einen Serienkiller, der scheinbar wahllos Leute tötet und sich auf einer persönlichen Ebene ein psychologisches Duell mit Nikki Heat liefert. Die hat aber noch einen anderen - noch persönlicheren - Fall zu lösen. Noch immer jagt sie den ehemaligen Stationschef der CIA, der für die Ermordung ihrer Mutter vor 10 Jahren verantwortlich ist. Im Laufe der Ermittlungen stellt sich heraus, dass die Geheimnisse, für deren Bewahrung Ihre Mutter getötet wurde, noch immer Gültigkeit besitzen und seit Jahren Pläne für einen perfiden Terroranschlag laufen. Es beginnt damit der schon fast obligatorische Wettlauf gegen die Zeit.  Der resoluten Mordermittlerin steht neben einem ansehnlichen Mitarbeiterstab auch ihr Lebensgefährte, der Enthüllungsjournalist Jameson Rook, zu Seite. Während vor allem Heats Vergangenheit eine herausragende Rolle spielt, bringt auch Rook eine attraktive „Altlast“ in die Handlung ein, welche  zusehends das Verhältnis zwischen den Heat und Rook belastet. Daneben gibt es das wohl auch schon obligatorische Leck in der Organisation, das dafür sorgt,dass die Bösen ihren Verfolgern immer einen Schritt voraus sind.
Wer die Serie „Castle“ kennt, findet sich sofort zu recht. Die Hauptakteure haben ein jeweiliges „reales“ Gegenstück im Serienuniversum. Der Fan kann sich also auf die typische unreife Art des Journalisten Rook freuen, die man schon von Richard Castle kennt. Nikki Heat entspricht hier Kate Beckett und auch andere Persönlichkeiten tauchen hier unter anderem Namen auf.  Die einzelnen Handlungsstränge sind linear gehalten, auch wenn die vielen Sackgassen in denen die einzelnen Ermittlungsansätze und Spuren enden, dem Leser Komplexität vortäuschen. Stück für Stück wird das Rätsel gelöst und aus dem Ansehnlichen Ensemble an Verdächtigen kristallisieren sich die wahren Schuldigen heraus. Das alles zieht sich leider unnötig in die Länge und schadet der Spannung. Mehrere ergebnislose Konfrontationen zwischen Heat und ihren Gegenspielern sind zwar spannend geschrieben, aber es sind einfach ein paar zu viele. Kenner der Serie werden wohl kaum mit echten Überraschungen konfrontiert. Ich habe die anderen Bände der Reihe verpasst, und kann daher nichts über die Qualität der anderen Bände sagen. Da es der letzte Teil der Reihe ist, macht ein Einstieg mit diesem Band natürlich keinen Sinn. Es ist auch relativ schwer einen Zugang zur Geschichte zu bekommen. Zwar werden die elementaren Hintergrundinformationen oft genug wiederholt, wobei mich die Redundanz der Informationen etwas gestört hat. Handwerklich ist der Roman gut geschrieben, auch wenn die Logik hinter dem großen Terrorplan mir nicht so recht einleuchten wollte. Dieser wirkte für meinen Geschmack einfach zu sehr konstruiert und war im Endeffekt von zu vielen Unwägbarkeiten geprägt. Der Plot ist auch alles andere als neu. Da helfen auch Rooks flotte Sprüche nicht, das Niveau anzuheben.

Fazit:  „Deadly Heat -  Tödliche Hitze“ ist Standardkost, die vor allem von der Popularität der Reihe „Castle“ profitiert. Fans sind hier gut bedient. Es empfiehlt sich die anderen zuvor Bände zu lesen, da ich die anderen Bücher nicht gelesen habe, hat das bei mir den Zugang zur Geschichte etwas erschwert. Das Buch ist unterhaltsam geschrieben, auch wenn der Roman einige unnötige Längen aufweist. Zwei ineinander verwobenen Handlungsstränge und einige damit verbundene Nebenhandlungen ergeh ein auf den ersten Blick komplexes Bild, aber da hier fast nur typische Elemente des Genres aneinandergereiht werden, hat man ständig das Gefühl das schon einmal gelesen zu haben.  Eine wirklich überraschende Wendung konnte ich hier nicht wirklich. Dem aufmerksamen Leser werden zu rechten Zeit die entsprechenden Hinweise gegeben, mit denen auch er eine reelle Chance hat die Schuldigen zu entdecken.

Castle 5: Deadly Heat - Tödliche Hitze

Film/Serien-Buch
Richard Castle
Cross Cult 2013
ISBN: 978-3864252969
460 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80

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Freitag, 15. November 2013

James Bond Feuerball

Ian Flemming hat mit seinem Agenten James Bond einen Protagonisten geschaffen, der auch nach Jahrzehnten noch immer das Interesse des Publikums zu fesseln weis. Die meisten kennen 007 aber nur von der großen Leinwand oder aus den Wiederholungen im Pantoffelkino. Das ist sehr Schade, denn die Romane waren ursprünglich Bestseller weil sie meisterhaft geschrieben waren. Daneben hat jemand über Geheimdienstarbeit geschrieben, der wirklich etwas davon verstand, weil er in diesem bereich aktiv gearbeitet hat. Die Romane sind auch ein Ausflug in die Zeit, als England radikal an Bedeutung verlor. Auch deshalb lohnt sich ein Blick in Flemmings Romane. Ein Handy oder Smartphone wäre damals ein wirklich cooles Spygadget gewesen. Bond muss sich hier noch mit Telefonen mit Wählscheibe herumschlagen und schickt M verschlüsselte Telegramme. 




James Bond 9: Feuerball
Im neunten Band der vom Cross Cult neu übersetzten James Bond Romane , komplett mit einem neuen Cover für die deutsche Ausgabe, verschlägt es den besten Agenten Ende der Fünziger Jahre auf die Bahamas.  Dort, so hoffen er und sein Vorgesetzter M, befinden sich zwei Atombomben, die von der Verbrecherorganisation S.P.E.C.T.R.E.  mitsamt einem neuen Langstreckenflugzeug gestohlen wurden. Als reicher Tourist getarnt, mischt sich Bond unter die Leute. Bei der Suche  nach Verdächtigen trifft er auf einen sehr zwielichtigen und schmierigen Typen, Emilio Largo, der angeblich eine Schatzsuche organisiert. Der Lebemann Bond, dem sein Vorgesetzter zu Beginn des Romans eine radikale Gesundheitskur verpasst hatte, ist in seinem Element. Neben Tabak und Alkoholika darf er mit Domino, der Gespielin von Largo anbandeln.  Der Roman ist gradlinig und nur spärlich ausgeschmückt. Es gibt nur wenig, das von der Haupthandlung  ablenken könnte. Trotzdem weis Fleming  die Handlung gekonnt in Szene zu setzten. Mir erschloss sich die knisternde, erotische Atmosphäre, wenn sich Bond mit Domino einlässt, genauso gut, wie die atemlose Spannung, wenn Bond in einer  nächtlichen Tauchaktion Largos Yacht einen Besuch abstattet. Daneben gibt es sogar noch – für einen Bond Roman eher weniger zu erwarten - ein paar Lektionen zum Tauchen und zu gesunder Ernährung oder der Qualität von Hotelessen.
Zum ersten Mal  begegnet der Leser einem von Bonds gefährlichsten Gegner. Das kriminelle Mastermind Ernst Stavros Blofeld ist der Kopf hinter S.P.E.C.T.R.E., der die Aktion im Hintergrund kontrolliert.  Der Leser erfährt – anders als Bond – schon zu Anfang alles über Blofeld, seine Organisation und seinen bisher größten Coup, eben jenen Diebstahl der Atombomen. Ein klein wenig gestört hat mich die Vermittlung dieses Wissens. Es wird dem Leser weitgehend losgelöst von der Handlung dargeboten. Es ist reines Infodumping, wenn Blofelds Vita detailliert ausgebreitet wird. Bond dagegen weis von Blofeld am Ende nur ein paar wenige Einzelheiten, die über seinen Namen hinausgehen. Für den Leser gibt es nur wenige Geheimnisse. Trotzdem gelingt es Flemming immer wieder Überraschungen aus dem Hut zu zaubern.  Die Action ist wohl dosiert. In erster Linie versucht Bond  mit klassischen Detektivmethoden die Tarnung von Largo aufzudecken. Die technischen Spielereien halten sich im bodenständigen Rahmen.  Getarnte Geigerzähler und leistungsfähige Funkgeräte sind hier das Maß der Dinge. Der Reiz des Romans lag bei mir vor allem darin, dass Flemming, der selbst während des Krieges mit Spionage beschäftigt war, dem Leser einen kleinen Einblick in die Welt der Geheimagenten vermittelt.


Fazit: Feuerball ist für mich der klassische Spionagethriller schlechthin. Man verfolgt James Bond dabei, wie er ein Katz und Mausspiel mit dem Schurken Emilio Largo spielt. Zum einen darauf bedacht Largos Tarnung von der Schatzsuche zu sprengen, auf der anderen Seite dagegen bemüht seine eigenen Absichten zu verschleiern. Der Roman ist sehr gut gemacht und hat mir viel Freude bereitet.