James Bond ist zurück! Nachdem der Topagent auf einer
Mission in Japan spurlos verschwand, taucht er in London wieder auf und bedroht
das Leben seine alten Chefs M. Dieser gibt Ihm aber die Chance sich zu
rehabilitieren…
“Der Mann mit dem Goldenen Colt“ ist Flemmings letzter Roman
und knüpft sich inhaltlich an die Ereignisse in dem Vorgängerroman „Man lebt
nur Zweimal“ an. James Bond erscheint im Hauptquartier und verübt einen
Anschlag auf seinen alten Freund und Vorgesetzten M, dem dieser nur knapp
entkommen kann. James Bond wurde von den Sowjets einer Gehirnwäsche unterzogen.
Statt sich seines ehemaligen besten Mannes zu entledigen, gibt M. Bond noch
eine Chance. Nach einer Therapie, welche die Gehirnwäsche rückgängig machen
soll, wird Bond auf einen extrem gefährlichen Auftragskiller angesetzt: Paco
„Pistols“ Scaramanga. Bond macht sich auf nach Jamaika und versucht dort die
Organisation des Schurken ausfindig zu machen und zu infiltrieren.
Wieder einmal führt die Handlung den berühmten Agenten nach
Jamaika, die Wahlheimat von Ian Fleming, der seine Bücher in seinem Haus
„Goldeneye“ zu schreiben pflegte. Es ist also im Prinzip eine Art
„Heimatkrimi“. In der für Flemming eigenen Art wird dem Leser eine Menge
Lokalkolorit geboten. Das Postkoloniale Jamaika wird einem genauso näher gebracht, wie die
damaligen Probleme mit den Rastafari oder die schlimmen Dentalen Zustände bei
der einheimischen Bevölkerung. Der Roman presst die Jagd auf den Schurken
Scaramanga auf nur gut 230 Seiten. Der ausladende Schreibstil Flemings lässt
nur einen rasch voranschreitenden Plot zu, der auf die obligatorische
Konfrontation mit dem Killer zusteuert. Der „Mann mit dem goldenen Colt“ ist noch
recht detailliert beschrieben, so lässt Fleming den Leser quasi mit M’s Augen
das entsprechende Dossier lesen, welches der Geheimdienst über diesen
angefertigt hat. Seine Organisation und
die Kumpane sind dagegen nur blasse generische Schurken, die sich noch nicht
einmal ansatzweise die Mühe machen, die
zugrundeliegenden Klischees mit entsprechendem Leben zu füllen. Bonds
moralischer Kodex verbietet es scheinbar die naheliegende Lösung der Mission zu
suchen, nämlich den Schurken aufspüren und diesen im richtigen Moment aus
sicherer Entfernung auszuschalten. Stattdessen
dient sich Bond Scaramanga als Handlanger an und gewinnt so Zugang zu
dessen Leben. Die Spannung kommt nicht zu kurz, obwohl die Vertrauensseligkeit
des angeblich so gefährlichen Killers etwas arg unglaubwürdig war. Entgegen dem
zuvor präsentierten Dossier werden hier zu viele unnötige Risiken in Kauf
genommen. Die Handlung ist gradlinig und erinnert stellenweise an Situationen
in anderen Bond Romanen. Der Leser erhält hier, was er erwartet. Variationen
eines bereits bekannten Themas. Ähnliches konnte man schon bei „Goldfinger“
oder „Feuerball“ lesen.
Fazit: James Bond is Back und macht sich auf die Jagd nach
einem gefährlichen Killer. Der opulente Schreibstil Flemings paart sich mit
einem gradlinigen Plot, der nur wenige Wendungen bietet. Der Leser bekommt zum
Jamaikanischen Lokalkolorit eine Kollage üblicher Szenen, die man schon aus
anderen Bond Romanen kennt. Der Roman gewinnt deshalb leider keine zusätzlichen
Lorbeeren. Es ist ohne Frage handwerklich gut gemacht, birgt jedoch Schlussendlich
keine wirklich originellen Elemente, die ihn von den anderen Romanen besonders
abheben würden. Einzig Bonds Versuch seinen Vorgesetzten zu töten birgt den
Reiz der Novität, der sich jedoch schnell verliert. Gemessen an anderen
Romanen, wie zum Beispiel „Der Spion der mich liebte“, den ich aufgrund der besonderen
Erzählweise zu meinem Lieblings Bond Roman zähle, kann der Mann mit dem
goldenen Colt trotz einiger guter Ansätze leider nicht mithalten.
James Bond 007 Der Mann mit dem goldenen Colt
Film/Serien-Roman
Ian
Flemming
Cross Cult
2014
ISBN: 978-3864250941
240 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80
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