Mittwoch, 15. Oktober 2014

James Bond 007 Band 13 "Der Mann mit dem goldenen Colt"


James Bond ist zurück! Nachdem der Topagent auf einer Mission in Japan spurlos verschwand, taucht er in London wieder auf und bedroht das Leben seine alten Chefs M. Dieser gibt Ihm aber die Chance sich zu rehabilitieren…

“Der Mann mit dem Goldenen Colt“ ist Flemmings letzter Roman und knüpft sich inhaltlich an die Ereignisse in dem Vorgängerroman „Man lebt nur Zweimal“ an. James Bond erscheint im Hauptquartier und verübt einen Anschlag auf seinen alten Freund und Vorgesetzten M, dem dieser nur knapp entkommen kann. James Bond wurde von den Sowjets einer Gehirnwäsche unterzogen. Statt sich seines ehemaligen besten Mannes zu entledigen, gibt M. Bond noch eine Chance. Nach einer Therapie, welche die Gehirnwäsche rückgängig machen soll, wird Bond auf einen extrem gefährlichen Auftragskiller angesetzt: Paco „Pistols“ Scaramanga. Bond macht sich auf nach Jamaika und versucht dort die Organisation des Schurken ausfindig zu machen und zu infiltrieren.  

Wieder einmal führt die Handlung den berühmten Agenten nach Jamaika, die Wahlheimat von Ian Fleming, der seine Bücher in seinem Haus „Goldeneye“ zu schreiben pflegte. Es ist also im Prinzip eine Art „Heimatkrimi“. In der für Flemming eigenen Art wird dem Leser eine Menge Lokalkolorit geboten. Das Postkoloniale Jamaika  wird einem genauso näher gebracht, wie die damaligen Probleme mit den Rastafari oder die schlimmen Dentalen Zustände bei der einheimischen Bevölkerung. Der Roman presst die Jagd auf den Schurken Scaramanga auf nur gut 230 Seiten. Der ausladende Schreibstil Flemings lässt nur einen rasch voranschreitenden Plot zu, der auf die obligatorische Konfrontation mit dem Killer zusteuert. Der „Mann mit dem goldenen Colt“ ist noch recht detailliert beschrieben, so lässt Fleming den Leser quasi mit M’s Augen das entsprechende Dossier lesen, welches der Geheimdienst über diesen angefertigt hat.  Seine Organisation und die Kumpane sind dagegen nur blasse generische Schurken, die sich noch nicht einmal ansatzweise die Mühe  machen,  die  zugrundeliegenden Klischees mit entsprechendem Leben zu füllen. Bonds moralischer Kodex verbietet es scheinbar die naheliegende Lösung der Mission zu suchen, nämlich den Schurken aufspüren und diesen im richtigen Moment aus sicherer Entfernung auszuschalten. Stattdessen  dient sich Bond Scaramanga als Handlanger an und gewinnt so Zugang zu dessen Leben. Die Spannung kommt nicht zu kurz, obwohl die Vertrauensseligkeit des angeblich so gefährlichen Killers etwas arg unglaubwürdig war. Entgegen dem zuvor präsentierten Dossier werden hier zu viele unnötige Risiken in Kauf genommen. Die Handlung ist gradlinig und erinnert stellenweise an Situationen in anderen Bond Romanen. Der Leser erhält hier, was er erwartet. Variationen eines bereits bekannten Themas. Ähnliches konnte man schon bei „Goldfinger“ oder „Feuerball“ lesen.

 

Fazit: James Bond is Back und macht sich auf die Jagd nach einem gefährlichen Killer. Der opulente Schreibstil Flemings paart sich mit einem gradlinigen Plot, der nur wenige Wendungen bietet. Der Leser bekommt zum Jamaikanischen Lokalkolorit eine Kollage üblicher Szenen, die man schon aus anderen Bond Romanen kennt. Der Roman gewinnt deshalb leider keine zusätzlichen Lorbeeren. Es ist ohne Frage handwerklich gut gemacht, birgt jedoch Schlussendlich keine wirklich originellen Elemente, die ihn von den anderen Romanen besonders abheben würden. Einzig Bonds Versuch seinen Vorgesetzten zu töten birgt den Reiz der Novität, der sich jedoch schnell verliert. Gemessen an anderen Romanen, wie zum Beispiel „Der Spion der mich liebte“, den ich aufgrund der besonderen Erzählweise zu meinem Lieblings Bond Roman zähle, kann der Mann mit dem goldenen Colt trotz einiger guter Ansätze leider nicht mithalten.

 

 

James Bond 007 Der Mann mit dem goldenen Colt

Film/Serien-Roman

Ian Flemming

Cross Cult 2014

ISBN: 978-3864250941

240 S., Taschenbuch, deutsch

Preis: EUR 12,80

 

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