James Bond muss in
einer ungewohnten Umgebung eine seiner schwersten Missionen –
vielleicht sogar die schwerste Aufgabe überhaupt meistern…
James Bond ist nach
dem Mord an seiner Frau durch Blofeld ein gebrochener Mann. Fleming lässt
den besten Mann des MI6 zusehends verkommen und Fehler machen, die seine
Position im Geheimdienst gefährden. M, Bonds
Vorgesetzter, ist jedoch nicht gewillt ihn so einfach ziehen zu lassen. Deshalb
betraut er seinen angeschlagenen Agenten mit einer Mission im fernen Japan, die
von Ihm etwas abverlangt, was bei seinen bisherigen Missionen nur selten eine
Rolle gespielt hat: Anpassung an fremde Sitten und Gebräuche
und diplomatisches Geschick. Er soll die Verbindungen zum Japanischen
Geheimdienst ausbauen und den Japanern einen Deal vorschlagen. Einmal mehr
serviert uns Fleming durch Bonds Augen einen exotischen Schauplatz. Dieser ist
zumindest nach meinem Verständnis auch sehr schön
in Szene gesetzt. Besonders die Mentalität der Japaner hat
es Ihm angetan. Die Einstellung der Japaner zueinander, ihre für
Bond befremdlichen Vorstellungen von Moral und Ehre machen den Reiz der
Geschichte aus. Japan, ist das Land mit der höchsten
Selbstmordrate und seine Einwohner haben einen Hang zum Bizarren. Bond steckt in seinen Verhandlungen schon
bald in einer Sackgasse. Tiger Tanaka sein Verhandlungspartner schlägt
Bond einen Handel vor. Auf einer abgelegenen Insel hat sich ein Mysteriöser
Fremder niedergelassen, der Botanische Studien betreibt. In seinem Schloss
sammelt der Mann tödliche Pflanzen und der Ort hat sich zum Mekka für
Selbstmörder entwickelt, die Ihre letzte Reise im Garten des
Botanikers antreten.
Bond soll diesen
Fremden ausschalten und den Selbstmördern Japans dessen
Garten verperren. Bei seinen Nachforschungen stellt 007 fest, dass sich hinter
dem Fremden ein alter Feind des Agenten verbirgt, mit dem er eine große
Rechnung offen hat. Der Showdown ist vorprogrammiert und während
die erste Hälfte des Buches dazu dient, dem Leser und Bond den
exotischen Schauplatz nahe zu bringen, widmet sich die andere Hälfte
der Vorbereitung und der Konfrontation mit dem Schurken. Es ist einmal mehr dem
genialen opulenten Schreibstil von Flemming zu verdanken, dass dieser ein Leckerbissen
ist. Die Action hält sich zwar in Grenzen, aber man bekommt einmal mehr einen
tiefen Einblick in die manchmal verstörende Welt der
Geheimagenten. Am Ende gibt es eine große Überraschung,
die indirekt einige Ereignisse für den
Nachfolgeband „Der
Mann mit dem Goldenen Colt“ in Gang setzt. Darüber
Hinaus, bekommt der Leser genau das, was er erwartet, eine Agentengeschichte
vor exotischer Kulisse. Mit der Verfilmung unter dem gleichen Titel hat der
Roman nur das Grundthema und einige Versatzstücke gemein.
Fazit: James Bond läuft nach anfänglicher
Depression mit der Möglichkeit einen alten Feind zu vernichten zu Höchstform
auf. Bond, der sich in Japan zu integrieren versucht bekommt für
seine Mission alles, was als Gute Zutat für eine Bondgeschichte
gilt. Ein böser Schurke mit einem perfiden Plan, ein paar mysteriöse
Verbündete und natürlich eine Schönheit
mit einer markanten Vergangenheit, die
genau in Bonds „Beuteschema“ passt. „Man lebt nur
zweimal“ ist ein weiterer gelungener Roman aus Ian Flemings Feder,
der zwar nicht an meine persönlichen Lieblinge „Feuerball“
, „Der Spion der mich liebte“ und Goldfinger
heranreicht, aber dennoch einen gewissen Eindruck hinterlässt.
James
Bond 007 Band 12. „Man lebt nur zweimal“
Film/Serien-Buch
Ian Fleming
Cross Cult 2014
ISBN: 978-864250927
287 S.,
Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 12,80
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen